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Jeder dritte Deutsche zieht Kryptowährungen als Geldanlage in Betracht

06/2018 - Bitcoin, Ethereum und Co. mussten zuletzt zwar starke Kurseinbrüche hinnehmen, ihrer Beliebtheit hat dies aber nur wenig geschadet. Insgesamt 29 Prozent der Bundesbürger sehen in der digitalen Währung eine interessante Geldanlage. Die repräsentative Befragung im Rahmen der Postbank Digitalstudie 2018 erfolgte zwischen Ende Februar und Ende März, also unmittelbar nach den zum Teil sehr deutlichen Kurseinbrüchen der Digitalwährungen. Insbesondere die Unabhängigkeit von regulierenden Finanzsystemen und die Aussicht auf hohe Renditen üben auf die Deutschen eine große Faszination aus. Ganz besonders ausgeprägt ist das Interesse der jüngeren und digital affinen Deutschen. In der Altersgruppe zwischen 18 und 34 Jahren interessiert sich fast jeder Zweite (46 Prozent) für Kryptowährungen als Geldanlage - trotz oftmals negativer Berichterstattung.

 

Medienpräsenz verstärkt Interesse für Bitcoin und Co.

Im vergangenen Jahr sprangen die Kryptowährungskurse von einem Rekordhoch zum nächsten, seit Jahresende 2017 ist der Kurs der verbreitetsten Kryptowährung Bitcoin jedoch um mehr als 65 Prozent eingebrochen. Die Medien berichteten ausführlich über die Kursschwankungen und viele Branchenvertreter melden sich mit Warnungen zu Wort; etwa die Deutsche Bundesbank oder die Deutsche Finanzaufsicht Bafin. Auch die Stimmen der Experten, die eine Revolution im Anlagegeschäft durch Kryptowährungen vorausgesagt hatten, wurden deutlich leiser.

"Es ist bemerkenswert, dass das Interesse der Deutschen an Kryptowährungen als Geldanlage trotz hoher Kursverluste und offenbarer Risiken immer noch groß ist", sagt Dr. Thomas Mangel, Chief Digital Officer der Postbank. "Hier liegt mit Sicherheit eine reelle Gefahr, dass Menschen Geld verlieren, nur weil sie einem Hype folgen." Bitcoin war 2009 die erste Kryptowährung, inzwischen gibt es mehr als 1.500. Durch dezentrale Datenhaltung und kryptographisch abgesicherte Protokolle entsteht ein digitaler Zahlungsverkehr ohne Zentralinstanzen wie etwa Banken.

Frauen fasziniert von Systemunabhängigkeit, Männer von Renditechancen Besonders die Unabhängigkeit von etablierten Finanzsystemen ist es, die die Deutschen an Kryptowährungen fasziniert. Dieser Aspekt ist für Frauen (60 Prozent) deutlich wichtiger als für Männer (51 Prozent). Die Aussicht auf vermeintlich hohe Renditen reizt dagegen vor allem Männer (56 Prozent im Vergleich zu 36 Prozent der Frauen). Für jeden dritten Fan von Kryptowährungen ist auch die Anonymität wichtig. Anders als zum Beispiel bei Unternehmensaktien ist der einzelne Anleger nicht von Interesse. Bei einem physischen Besitz von Kryptowährungen hat auch kein Bankmitarbeiter oder Broker Einblick ins Depot. Für jeden fünften Interessenten zählen außerdem emotionale Gründe wie Nervenkitzel und das "Goldgräber-Feeling", in eine noch relativ neue, digitale Anlageform zu investieren.

 

Faszination bei jungen Leuten besonders groß

Den Schritt zum Investment wagen vor allem junge Menschen. Mit sechs Prozent besitzen die so genannten "Digital Natives" doppelt so oft Kryptowährungen wie der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. In den kommenden zwölf Monaten wollen sich weitere 14 Prozent der 18- bis 34-Jährigen noch Kryptowährungen zulegen. Über alle Altersgruppen hinweg sind dies nur acht Prozent. "Bei aller Faszination sollten junge Anleger aber auch Angebote aus dem etablierten Bankensystem nicht aus dem Blick verlieren. Wer schon um Wertpapiere als Geldanlage einen Bogen macht, der sollte aufgrund der hohen Risiken erst recht nicht in Kryptowährungen investieren. Denn diese Art von Investment ist hoch spekulativ", so Thomas Mangel weiter.

 

Wissen über Chancen und Risiken wird vermutlich überschätzt

Die hohen Kursschwankungen bei Kryptowährungen sowie Pläne von Bankenkonsortien oder sogar Ländern, eigene Kryptowährungen zu etablieren, haben zu einer breiten Berichterstattung in den Medien geführt. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass diese Medienpräsenz bei vielen Deutschen zu dem Schluss führt, sich mit Kryptowährungen gut auszukennen - weil sie darüber schon so viel gelesen oder gehört haben. 20 Prozent der Bundesbürger bescheinigen sich selbst ein gutes oder sehr gutes Wissen über Kryptowährungen. Die Digital Natives fühlen sich noch sicherer auf dem Terrain: 29 Prozent der 18- bis 34-Jährigen halten sich für "Kryptokenner".

"Aufgrund des Medienhypes überschätzen viele Menschen ihr Wissen über Chancen und Risiken von Kryptowährungen als Geldanlage", warnt Thomas Mangel. Beispielsweise wüssten viele nicht, dass Gewinne aus Kryptowährungen voll versteuert werden müssen, wenn sie nicht mindestens ein Jahr lang gehalten werden. Vor allem aber werde das Risiko des Totalverlusts, das es bei anderen Geldanlagen in dieser Form nicht gibt, zu wenig berücksichtigt. Wer dennoch unbedingt in Kryptowährungen investieren möchte, dem rät Mangel, nur eine Summe zu wählen, auf die er gut verzichten kann.

 

Hintergrundinformationen zur Postbank Digitalstudie 2018
- Der digitale Deutsche und das Geld
Für die Postbank Digitalstudie 2018 - Der digitale Deutsche und das Geld wurden im Zeitraum Februar bis März dieses Jahres 3.100 Deutsche befragt. Die Postbank untersucht mit der Studie zum vierten Mal in Folge, welche Entwicklungen sich in den verschiedenen Lebensbereichen der Deutschen in Bezug auf Digitalisierung allgemein und insbesondere zu Finanzthemen abzeichnen. Um eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland (Proportionalisierung), Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde der Zensus 2011 des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Abweichungen in den Summen lassen sich durch Rundungsdifferenzen erklären.


Zur Fußball-WM: Fernseher, Beamer und TV-Streaming im Test

06/2018 - Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft empfiehlt die Stiftung Warentest die besten Beamer, Fernseher mit gutem Bild bei schnellen Bewegungen und Streamingdienste für den Gratis-Empfang unterwegs. So wird das private Public Viewing zu Hause zum Vergnügen, und auch unterwegs muss keiner etwas verpassen.

„Wir können bei den Beamern gleich zwei Spielmacher vom gleichen Club empfehlen“, so Autor Christian van de Sand, „den Epson EH-TW5400 und den Epson EH-TW5650.“ Mit 735 Euro bzw. 920 Euro liegen sie im preislichen Mittelfeld der 15 getesteten Geräte. Der mit 3.000 Euro teuerste Beamer im Test entpuppte sich als Stromfresser und bildet bei den Langdistanz-Geräten das Tabellenschlusslicht. Mit einem Kurzdistanzbeamer können Fans auch auf wenig Raum ganz großes Fußballkino erleben, denn er steht praktisch unter der Projektionswand. Für satten Ton brauchen Fans aber bei allen Beamern Extraboxen.

Das Multimediateam der Stiftung Warentest hat für alle, die vor einer Kaufentscheidung stehen, einen ganzen Kasten mit Argumenten zusammengestellt. Fernseher beispielsweise eignen sich dank hoher Leuchtkraft und gutem Kontrast auch zum Fußballgucken am Nachmittag. Außerdem verbrauchen sie im Vergleich zu Beamern weniger Strom und haben Empfänger für Kabel, Satellit oder Antenne schon eingebaut. Fußballfans können sich hier über eine große Tabelle freuen mit den besten TV-Geräten aller Klassen von 81 cm bis 165 cm.

Und alle, die draußen oder heimlich im Büro gucken wollen, sind mit Handy oder Tablet und einem guten Streaming-Dienst gut beraten. Die Experten der Stiftung Warentest haben sieben mobile Apps und Browser-Anwendungen mit kostenlosen und kostenpflichtigen Streams deutscher Fernsehsender geprüft und stellen sie ausführlich vor.

Die drei Artikel Fernseher, Beamer und TV-Streaming finden sich in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und sind online abrufbar unter www.test.de/beamer, www.test.de/fernseher und www.test.de/tv-streaming.

 

Digitalisierung und künstliche Intelligenz: Industrie rechnet mit schnellerem Wandel

05/2018 - Vorstände und Unternehmensentscheider aus der Industrie erwarten, dass sich ihre Branchen in den nächsten fünf Jahren stärker verändern als in allen vergangenen Jahrzehnten. 85% der Verantwortlichen aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Luftfahrt- und Verteidigungsbranche gehen davon aus, dass technologische Durchbrüche wie künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge und datenbasierte Geschäftsmodelle ihr Unternehmen komplett verändern werden. Drei von vier Verantwortlichen nennen vor allem die Geschwindigkeit des Wandels als wesentlichen Faktor. Fast jeder Zweite hält auch das Ausmaß der Veränderung für noch nie dagewesen. Gleichzeitig fühlen sich die traditionellen Unternehmen schlecht auf den Wandel vorbereitet - vor allen wenn es darum geht, neue digitale Geschäftsmodelle aufzubauen und die dafür notwendigen Talente zu gewinnen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer weltweiten Befragung von über 300 Top-Entscheidern aus der Industrie mit dem Titel "Disruptive forces in the industrial sector - a global executive survey" von McKinsey & Company.

"Natürlich gab es auch früher Entwicklungssprünge in der Industrie. Doch diesmal verändert sich nicht nur die Technologie, sondern für alle Unternehmen auch das fundamentale Geschäftsmodell", sagt Thomas Baumgartner, Leiter der europäischen Beratung für Industrieunternehmen bei McKinsey. 47% der Firmen erwarten beispielsweise, dass neue Abrechnungsmodelle wie das Bezahlen je Benutzung (pay per use) in Zukunft viel stärker eingesetzt werden. Neun von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass in ihren Markt neue Wettbewerber eindringen- zum Beispiel aus der Digitalindustrie, Startups oder aus China. Dennoch gibt es auch viel Optimismus: Jedes zweite Unternehmen rechnet für die Gesamtindustrie mit steigenden Umsätzen. Baumgartner: "Noch ist unklar, ob sich die traditionellen Unternehmen diese zusätzlichen Umsätze sichern werden oder die neuen Wettbewerber."

Die Studie ist verfügbar unter www.mck.de/disruption

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Digitalisierung und künstliche Intelligenz: Industrie rechnet mit schnellerem Wandel

05/2018 - Vorstände und Unternehmensentscheider aus der Industrie erwarten, dass sich ihre Branchen in den nächsten fünf Jahren stärker verändern als in allen vergangenen Jahrzehnten. 85% der Verantwortlichen aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Luftfahrt- und Verteidigungsbranche gehen davon aus, dass technologische Durchbrüche wie künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge und datenbasierte Geschäftsmodelle ihr Unternehmen komplett verändern werden. Drei von vier Verantwortlichen nennen vor allem die Geschwindigkeit des Wandels als wesentlichen Faktor. Fast jeder Zweite hält auch das Ausmaß der Veränderung für noch nie dagewesen. Gleichzeitig fühlen sich die traditionellen Unternehmen schlecht auf den Wandel vorbereitet - vor allen wenn es darum geht, neue digitale Geschäftsmodelle aufzubauen und die dafür notwendigen Talente zu gewinnen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer weltweiten Befragung von über 300 Top-Entscheidern aus der Industrie mit dem Titel "Disruptive forces in the industrial sector - a global executive survey" von McKinsey & Company.

"Natürlich gab es auch früher Entwicklungssprünge in der Industrie. Doch diesmal verändert sich nicht nur die Technologie, sondern für alle Unternehmen auch das fundamentale Geschäftsmodell", sagt Thomas Baumgartner, Leiter der europäischen Beratung für Industrieunternehmen bei McKinsey. 47% der Firmen erwarten beispielsweise, dass neue Abrechnungsmodelle wie das Bezahlen je Benutzung (pay per use) in Zukunft viel stärker eingesetzt werden. Neun von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass in ihren Markt neue Wettbewerber eindringen- zum Beispiel aus der Digitalindustrie, Startups oder aus China. Dennoch gibt es auch viel Optimismus: Jedes zweite Unternehmen rechnet für die Gesamtindustrie mit steigenden Umsätzen. Baumgartner: "Noch ist unklar, ob sich die traditionellen Unternehmen diese zusätzlichen Umsätze sichern werden oder die neuen Wettbewerber."

Die Studie ist verfügbar unter www.mck.de/disruption

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Welches Konto ist das richtige für Paare?

05/2018 - Beim Geld hört die Freundschaft auf, lautet ein oft zitiertes Sprichwort. Umso wichtiger ist es deshalb für Paare, sich Gedanken rund ums Thema Finanzen zu machen. Und ganz gleich, ob es sich nur um einen gemeinsamen Haushalt oder eine Ehe handelt - ein wichtiger Punkt dabei ist das Konto. Welches Kontomodell ist also das richtige für Paare?

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten: Wenn beide Partner bereits über ein Konto verfügen, auf das zum Beispiel Gehalt einfließt und laufende Ausgaben abgebucht werden (Miete, Strom, Mobilfunk, Vereinsbeiträge etc.), kann es sinnvoll sein, beide Konten weiterzuführen. Wer welche Kosten einer gemeinsamen Haushaltsführung übernimmt, kann abgesprochen und aufgeteilt werden. Allerdings fallen dann möglicherweise Kosten für die Kontoführung auch doppelt an. Achtung: Auch ein Ehepartner kann im Notfall nicht einfach über das Konto des anderen verfügen – auch nicht bei Krankheit oder einem schweren Unfall. Für diesen Fall muss eine Kontovollmacht erteilt werden. Entsprechende Formulare gibt es bei der Bank.

Viele Paare entscheiden sich für ein gemeinsames Konto in Form eines so genannten „Oder-Kontos“. Hier kann jeder Kontoinhaber grundsätzlich ohne Mitwirkung des anderen über das Konto und Depot verfügen. Zu beachten ist: Die Kontoinhaber eines Gemeinschaftskontos haften gesamtschuldnerisch. Wenn etwa ein Kontoinhaber das gemeinsame Konto überzieht, kann die Bank von jedem einzelnen Kontoinhaber die Rückzahlung in voller Höhe verlangen.

Man sollte sich deshalb gut überlegen, ob das Vertrauen groß genug ist, um ein gemeinsames Konto zu führen. Es gibt zwar auch eine Notbremse: Jeder Kontoinhaber kann jederzeit die Einzelverfügungsbefugnis des anderen für die Zukunft widerrufen. Ab dann kann nur gemeinsam über das Konto verfügt werden. Im Zweifel kann dies aber auch schon zu spät sein.

Viele Paare - unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder nicht - behalten ihre eigenen Girokonten und eröffnen dazu noch ein Gemeinschaftskonto, auf das beispielsweise jeder monatlich einen bestimmten Betrag überweist. Das bietet sich an, wenn man einen gemeinsamen Haushalt führt..

 

86 Prozent der Bürger empfinden ihre Belastung als zu hoch

05/2018 - "Das ist kein Spitzenplatz, auf den wir stolz sein können!", kommentiert Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler (BdSt) die Ergebnisse der neuen OECD-Studie zur Steuer- und Aufgabenbelastung von Arbeitnehmern. Am 26. April 2018 gab die Organisation bekannt, dass im Durchschnitt bei einem Single fast 50 Prozent des Einkommens für Steuern und Sozialabgaben an den Staat gehen.

Das ist deutlich zu viel, dies empfänden auch die Bürger so, schreibt der BdSt in einer Pressemitteilung. Danach gaben in einer Umfrage im Auftrag des BdSt in diesem April 86 Prozent der Befragten an, dass sie ihre persönliche Steuer- und Abgabenbelastung als zu hoch empfinden. Vor drei Jahren sagten dies nur 63 Prozent der Teilnehmer und zu Beginn dieses Jahres 81 Prozent. Damit ist der aktuelle Wert der höchste seit Beginn der Trendumfrage im März 2015. Allein seit Antritt der großen Koalition hat die gefühlte Belastung um fünf Prozentpunkte zugelegt! An den repräsentativen Umfragen nahmen jeweils über 1.000 Personen teil. "Die Umfragewerte und die Ergebnisse der OECD sind ein klares Zeichen, dass die Politik jetzt etwas tun muss. Der Soli muss für alle abgeschafft werden, und zwar deutlich vor dem von der großen Koalition genannten Datum 2021," fordert Holznagel. Auch eine Senkung der Arbeitslosenbeiträge von aktuell 3 Prozent auf 2,5 Prozent würde die Arbeitnehmer schnell entlasten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ermittelt, dass deutsche Arbeitnehmer im internationalen Vergleich stark durch Steuern und Abgaben belastet werden. Bei Ledigen nimmt Deutschland hinter Belgien den zweiten Platz ein. Bei Alleinerziehenden mit zwei Kindern nimmt Deutschland international Platz 5 ein. Auch bei Familien liegt die Belastung über dem Durchschnitt der Industriestaaten.


 

Immobilienkredite: Zinsunterschiede zwischen 15.000 und 63.000 Euro

04/2018 - Wer seine Immobilienfinanzierung gut plant und passende Angebote vergleicht, kann extrem viel Geld sparen. Das zeigt der Test Immobilienkredite von mehr als hundert Baufinanzierern in der Zeitschrift Finanztest. Kredite gibt es teilweise schon ab 1 Prozent. Die Zinsunterschiede zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter liegen je nach Modellfall zwischen rund 15.000 Euro und 63.000 Euro.

Auch wenn die Preise für Wohnungen und Häuser teilweise stark gestiegen sind, ist der Zeitpunkt für den Immobilienkauf dank niedriger Zinsen nach wie vor günstig. Die Zinssätze liegen weiter deutlich unter ihrem langjährigen Durchschnitt von rund 5 Prozent. Selbst Kredite mit 25 Jahren Zinsbindung sind für knapp 2 Prozent zu haben. Kredite mit kurzer Zinsbindung von 10 Jahren schon für rund 1 Prozent. So lässt sich die Immobilie leichter bezahlen als in Hochzinsphasen.

Der Test zeigt auch, dass ein Kauf auch in der zweiten Lebenshälfte noch finanzierbar ist, wenn die Schulden dafür zügig getilgt werden.

Es lohnt sich aber in jedem Fall, Konditionen zu vergleichen und nach dem besten Angebot zu suchen, rät Finanztest. Im Modellfall mit zehn Jahren Zinsbindung sparen Immobilienkäufer gut 15.000 Euro, wenn sie den günstigsten statt den teuersten Anbieter im Test wählen. Bei der Variante mit 20 Jahren Zinsbindung sind es mehr als 30.000 Euro und über 25 Jahre sogar fast 63.000 Euro.

Die Tests Immobilienkredite, Bauspar-Kombikredite sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum passenden Kredit finden sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/eigenheimfinanzierung.


Hausratversicherung: Neue Tarife bieten mehr

04/2018 - Kunden mit alten Verträgen können beim Wechsel der Hausratversicherung viel Geld sparen und sind oft auch besser versichert. Finanztest hat 144 Hausrat-Tarife von 60 Anbietern untersucht und große Preisunterschiede ermittelt. Finanztest empfiehlt Tarife, die auch bei grober Fahrlässigkeit zahlen.

Fenster auf Kipp, die Tür nur einmal abgeschlossen oder den Herd angelassen – da kann es Ärger mit der Versicherung geben, wie viele Streitfälle und Urteile zeigen. Deshalb sollten Kunden nur Verträge wählen, die auch bei grober Fahrlässigkeit zahlen. Viele Tarife – vor allem ältere Verträge – sehen das nicht vor.

Die Preise der Tarife für eine Hausratversicherung hängen u.a. vom Wohnort ab, denn die Versicherer teilen das Bundesgebiet in Risikozonen auf. Vor allem in Städten mit vielen Einbrüchen ist es teurer. Die Tester fanden enorme Preisunterschiede. Im günstigsten Fall zahlt ein Kunde für dieselbe Wohnung in München 56 Euro im Jahr und im teuersten Fall 277 Euro – fast das Fünffache. In Köln kostet der günstige Tarif 131 Euro im Jahr und der teuerste 516 Euro.

Das Fahrrad ist in der Hausratversicherung mitversichert, wenn es aus geschlossenen Räumen gestohlen wird. Wer das Rad auch dann versichern will, wenn es draußen steht, schließt den Zusatz „Fahrraddiebstahl“ ein. Das kostet für ein 1.000-Euro-Rad oft nur 30 bis 40 Euro Aufpreis im Jahr.

Wer eine günstige Hausratversicherung sucht, die Leistungen für den eigenen Wohnort und den individuellen Bedarf bietet, kann die Finanztest-Analyse nutzen. Die laufend aktualisierte Datenbank der Stiftung Warentest ermittelt (für 7,50 Euro Gebühr) passende und preisgünstige Tarife unter www.test.de/analyse-hausrat

Der Test Hausratversicherung findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/hausrat abrufbar.

 

Fremdsprachen im Job: Englisch die klare Nummer 1

04/2018 - 44 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nutzen in ihrem Beruf Fremdsprachen. Die bestimmende Fremdsprache in deutschen Büros ist Englisch, gefolgt von Französisch und Russisch. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Job-Seite Indeed, für die deutschlandweit 2.299 Arbeitnehmer befragt wurden. Demnach benötigen 97% der Befragten, die in ihrem Job Fremdsprachen benötigen dafür die englische Sprache, 19% die französische und 12% die russische. Aufstrebende Business-Sprachen neben Russisch sind Türkisch (8,5%) sowie Chinesisch mit einem Nutzungsgrad von immerhin noch 4,5%. Interessant zudem, wie häufig sich die Deutschen am Arbeitsplatz in anderen Sprachen als auf Deutsch verständigen: 29% tun dies täglich, weitere 35% mindestens 2 bis 3 Mal pro Woche.


 

Sicherheitssoftware: Microsoft holt auf, doch Zusatzsoftware ist besser

03/2018 - Für den Test von 31 Sicherheitsprogrammen hat die Stiftung Warentest mehr als 40.000 Angreifer zusammengetragen – neue Schadprogramme, bösartige Webseiten und verseuchte Downloads. 17 von 22 Windows-Programmen wehren die Angreifer gut ab, darunter auch Gratisversionen. Die kostenlosen Programme schützen ähnlich gut wie die kostenpflichtigen, nerven aber oft mit Werbung. Der Standard-Schutz von Microsoft hat im Vergleich zu früheren Tests aufgeholt.

Wer einen Rechner mit Windows 10 nutzt, ist mit dem integrierten Schutzprogramm Defender passabel geschützt. Er erkennt Bedrohungen heute schneller als früher. So gut wie die meisten Zusatzprogramme ist er aber nicht. Microsoft Defender macht den Rechner auch etwas langsamer und schützt nicht vor Phishing. Die Sicherheitssoftware von Malwarebytes ist nur ausreichend. Sie erwischte nur jeden zweiten Angreifer im Test.

Erstmals hat die Stiftung Warentest auch Schutzprogramme für Apple-Rechner getestet. Deren Betriebssystem galt lange Zeit als sicher. Nach wie vor gibt es hier zwar weniger Bedrohungen als in der Windows-Welt, doch die wenigen aktuellen Angriffe schlugen im Test ein. Auch MacOS verhindert nicht den Aufruf von Phishing-Seiten. Auch deshalb sind Schutzprogramme für Apple-Rechner sinnvoll. Von den neun getesteten Mac-Programmen schnitten vier gut ab, vier befriedigend und eins ausreichend. Der Testsieger kostet 40 Euro pro Jahr.

Der Test findet sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/internetsicherheit abrufbar.


Nicht sofort abziehbar: Komplette Küchenerneuerung in Mietwohnung

03/2018 - Steuerzahler sind meistens daran interessiert, eine investierte Summe möglichst auf einen Schlag absetzen zu können und das nicht über einen längeren Zeitraum tun zu müssen. Doch manchmal geht das nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS nicht - zum Beispiel dann, wenn in einer vermieteten Wohnung eine Einbauküche komplett erneuert wird. (Bundesfinanzhof, IX R 14/15)

Der Fall: Der Eigentümer einer Immobilie hatte sich entschieden, die Küche in seiner Mietwohnung komplett zu sanieren. Er ließ alle Einbauten erneuern, erwarb auch neue Spüle, Herd und andere Elektrogeräte. Die Gesamtausgaben dafür wollte er als Werbungskosten von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sofort und umfassend geltend machen. Das zuständige Finanzamt verweigerte dies und akzeptierte nur eine Abschreibung über einen Zeitraum von zehn Jahren im Zuge der AfA (Absetzung für Abnutzungen).

Das Urteil: Es handle sich hier nicht um einen Erhaltungsaufwand für einen wesentlichen Gebäudebestandteil, der eine sofortige Absetzung als Werbungskosten möglich gemacht hätte, entschied der Bundesfinanzhof. Die einzelnen Elemente einer Einbauküche seien ein eigenständiges und einheitliches Wirtschaftsgut mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren.


Deutsche buchen deutlich mehr Urlaubsreisen

03/2018 - Die Deutschen sind in Urlaubslaune. Im Reisevertrieb sorgt die starke Nachfrage derzeit für ein beachtliches Umsatzwachstum: Die kommende Sommersaison 2018 weist insgesamt ein Plus in Höhe von 18 Prozent auf. Enthalten sind hier alle bis Ende Januar 2018 in stationären Reisebüros und online auf den klassischen Reiseportalen gebuchten Urlaubsreisen (überwiegend Pauschalreisen). Das aktuelle Wachstum ist in erster Linie auf eine höhere Anzahl an Buchungen (+16 Prozent) zurückzuführen – höhere Urlaubsausgaben (durchschnittlich +2 Prozent) spielen eine eher untergeordnete Rolle.

Griechenland ist für den Sommerurlaub 2018 sehr gefragt. Nach einem wachstumsstarken Vorjahr erreicht Griechenland erneut hohe zweistellige Zuwachsraten und ist damit zum aktuellen Zeitpunkt sogar beliebter als die Balearen. Nachdem in den letzten zwei Jahren immer weniger Deutsche ihren Urlaub in der Türkei verbrachten, ist dieses Reiseziel wieder etwas mehr im Kommen: Im Vergleich zum Vorjahr haben sich zum aktuellen Buchungsstand sowohl die Buchungszahlen als auch die Urlaubsumsätze für den Sommer 2018 verdoppelt. Zu alter Stärke findet die Türkei trotz der zunehmenden Nachfrage aber noch nicht: Griechenland-Urlaube verzeichnen aktuell ein mehr als doppelt so hohes Umsatzvolumen. Vor dem Rückgang der Buchungszahlen für Türkei-Urlaube war dieses Verhältnis genau umgekehrt.

An ein gutes Vorjahreswachstum können die nordafrikanischen Urlaubsländer Ägypten, Tunesien und Marokko sowie Bulgarien anknüpfen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate werden vom deutschen Urlauber verstärkt nachgefragt. Die USA bleiben zwar das wichtigste Fernreiseziel im deutschen Markt, im Reisevertrieb sind für die Sommersaison 2018 aber starke Rückgänge (-20 Prozent) bei den Buchungsumsätzen zu verzeichnen. Überdurchschnittlich hohe Zuwächse sind im Fernreisebereich dagegen vor allem für Mauritius, Kenia, die Seychellen und Südafrika zu beobachten.

Der deutsche Urlaubsmarkt insgesamt – dies umfasst sowohl pauschal als auch individuell gebuchte Privatreisen ab einer Übernachtung – ist bereits im abgelaufenen Touristikjahr 2016/17 um acht Prozent gewachsen. Insgesamt haben die Deutschen 64,7 Milliarden Euro für ihre vorab gebuchten Reiseleistungen ausgegeben. Rechnet man die Ausgaben vor Ort am Urlaubsziel hinzu, lassen sich die Bundesbürger ihre Urlaube und Privatreisen insgesamt 90,9 Milliarden Euro im Jahr kosten.

Im Jahr 2017 haben die Deutschen 155,8 Millionen Urlaube und Privatreisen unternommen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von vier Prozent. Die Auslandsreisen sind mit einem Plus von sechs Prozent auf 69,1 Millionen dabei noch stärker gewachsen als die Reisen im Inland (+3 Prozent).

Gemessen an den Ausgaben verzeichneten Badeferien (+14 Prozent) und Städtereisen (+12 Prozent) im Jahr 2017 das größte Wachstum. Damit haben sich beide Urlaubsarten wieder erholt. Im Jahr 2016 konnte man hier noch Rückgänge beobachten, weil viele Urlauber unter anderem aufgrund von Sicherheitsbedenken und möglicher Terrorgefahren auf andere Urlaubsarten ausgewichen sind.

Vor allem Familien, die mit Kindern unter 14 Jahren verreisen, unternahmen wieder mehr Urlaubsreisen. So haben Familienhaushalte zu den steigenden Reiseausgaben im Markt stark beigetragen (+17 Prozent).

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Schwache Antwortquoten via Facebook und Homepage

02/2018 - Per Facebook oder Webseite - wie fix erhalten Kunden Antwort, wenn sie eine Frage oder Beschwerde bei einem Unternehmen loswerden wollen? Die Verbraucherzentrale NRW hat den Check bei 50 großen Firmen gemacht. Mit erstaunlichem Ergebnis: Jede siebte Anfrage blieb unbeantwortet. Und bei den Blitz-Reaktionen hatte Facebook deutlich die Nase vorn.

Brief oder Telefon? lautete früher die Frage, wenn Kunden Kontakt zu einer Firma aufnehmen wollten. Heutzutage läuft es für viele eher zu auf die Alternative: Webseite oder Facebook? Gleich geblieben ist jedoch die Ungewissheit: Wie schnell arbeitet der Service? Herausfinden wollte das die Verbraucherzentrale NRW bei 50 Firmen, aus den Bereichen Banken, Versicherungen und Telekommunikation, Reise und Online-Handel.

Jeweils zwei Anfragen wurden auf die hipperen Kommunikationswege gebracht: Wie die Anmeldung für den Newsletter funktioniere, und wer der richtige Adressat für eine Beschwerde sei? Innerhalb von wenigen Minuten lagen zahlreiche Reaktionen vor. Doch nicht zu früh gejubelt. Zumeist war es lediglich eine „Empfangsbestätigung“ und das Versprechen, dass sich gekümmert wird.

Das Ergebnis des Checks: Der schnelle Klick zu Facebook und zur Webseite blieb in jedem siebten Fall folgenlos. Nur knapp 85 Prozent der Anfragen wurden beantwortet. Bei vier Unternehmen gelang es den Testern nicht, über die Onlinepräsenz Kontakt aufzunehmen, egal ob per E-Mail oder Kontaktformular.
Gleich zwölf der 50 Unternehmen verwehrten es, via Facebook eine persönliche Nachricht (PN) zu senden. Lediglich öffentlich einsehbares Kommentieren war gestattet.

Mit Ärgernissen warteten auch einige Webseiten auf. So forderten insgesamt zehn Firmen als verpflichtende Gegenleistung für die Annahme der Fragen die Preisgabe von Adresse und/oder Telefonnummer. Immer wieder trafen die Tester zudem auf Dropdown-Menüs, bei denen sie aus einer eingeschränkten Liste lediglich wählen konnten, ob es sich um ein „technisches Problem“, um einen „Job“- oder ein „Produkt“ handele. Kategorien, in die keine der beiden Verbraucherzentrale-Fragen passte.

Auf einer Internet-Seite fing eine „künstliche Intelligenz“ die Tester ab und verwies penetrant auf die Seite mit den „häufig gestellten Fragen“. Zwei Unternehmen verweigerten den Online-Kontakt sogar komplett, sofern man kein „Kunde/Mitglied“ war.

Aber es gab auch Gutes zu vermelden: Insgesamt knapp die Hälfte der Anfragen wurde via Facebook innerhalb einer Stunde beantwortet. Über die Website war es rund ein Viertel. Nach einem Tag war die Quote für beide Wege ungefähr gleich: Jeweils drei von fünf abgesetzten E-Mails und Persönlichen Nachrichten hatten Respons gefunden.

Danach begann die Zeit des Hoffens: Binnen einer Woche tröpfelte tatsächlich per E-Mail ein weiteres Fünftel an Firmen-Antworten ein. Per Facebook war es gerade mal noch ein Zehntel.

Bleibt die Frage, ob die Rücklaufquote vielleicht durch die Art der Anfrage beeinflusst wurde - ob die Aussicht auf einen neuen Newsletter-Abonnenten mehr Service-Eifer erzeugte als die Hilfestellung für einen potentiellen Nörgelpapst?

Die Antwort: Im Verbraucherzentralen-Check waren in diesem Punkt keine Unterschiede erkennbar. Auf beiden Wegen wurden die zwei Fragen vergleichbar abgearbeitet: im Gesamtergebnis mehr schlecht als recht.


Umfrage: Mehr als jeder zweite Bundesbürger möchte seine Wunsch-Versicherung individuell zusammenstellen

02/2018 - 58 Prozent der Deutschen befürworten die Möglichkeit, Versicherungstarife auf ihre speziellen Risiken zuschneiden zu lassen. Dies kann entweder über ein Baukastensystem mit Produktbausteinen geschehen oder anhand zur Verfügung gestellter Verhaltensdaten, beispielsweise zum Thema Fitness. Bislang nutzt aber nur etwa jeder 25. Versicherte hierzulande einen Tarif, dessen Beitragshöhe er durch eigenes Handeln beeinflussen kann. Das sind Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Softwareherstellers Adcubum und der Versicherungsforen Leipzig unter 2.049 erwachsenen Bundesbürgern durchgeführt hat.

Wer einen Neuwagen erwirbt, kann die Komponenten seines Fahrzeugs individuell wählen. Vergleichbare Produkt-Konfiguratoren gibt es auch für die Käufer von Fahrrädern oder Möbeln, und selbst Müslimischungen lassen sich nach Gusto kreieren. Auch im Versicherungsbereich sind maßgeschneiderte Tarife gefragt: 58 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für individualisierte Versicherungsprodukte aus. "Die Umfrage zeigt, dass die Bundesbürger reif sind für Policen, die auf ihre Lebenssituation und ihre persönlichen Risiken abgestimmt sind. Sie interessieren sich vor allem für Baukastensysteme mit kleinen Produktbausteinen. Was beim Autokauf selbstverständlich ist, sollte auch in der Assekuranz Routine werden", erläutert Michael Süß, Geschäftsführer der Adcubum Deutschland GmbH. "Die Freigabe von Verhaltensdaten zur Ermittlung individueller Tarife gewinnt ebenfalls an Bedeutung, wenngleich die Teilnehmer dies noch etwas skeptischer sehen."

So möchten 31 Prozent der Befragten die Möglichkeit haben, eine Versicherung aus verschiedenen Bausteinen zusammenzustellen. Sie lehnen es jedoch ab, ihren Tarif über persönliche Informationen wie etwa Smart-Home-, Fahr- und Fitness-Daten zu individualisieren. Neun Prozent der Bundesbürger würden Verhaltensdetails preisgeben, um einen Versicherungsbeitrag zu zahlen, der ihrem Risiko entspricht, und 14 Prozent würden beide Varianten nutzen, wenn sie dafür ein besseres Angebot erhalten. Das gilt jedoch nur theoretisch - bislang haben all diese Befragten keine Verträge abgeschlossen. Nur vier Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen bereits einen Tarif, dessen Beitrag sie durch ihr Verhalten beeinflussen können. Ein Beispiel dafür sind die Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung, bei denen gutes Fahrverhalten belohnt wird.

Die Umfrage ergibt zudem, dass circa jeder vierte Bundesbürger anstelle seiner einzelnen Verträge im Kranken-, Lebens- und Sachbereich lieber eine Komplett-Versicherung, eine sogenannte "All-Risk-Versicherung" hätte, mit der er sämtliche Dinge und Risiken absichern kann. Befragt nach der Preisbereitschaft, zeigt sich, dass geringere monatliche Beiträge und ein damit verbundener höherer Selbstbehalt von den Interessierten bevorzugt werden.

Allerdings: 53 Prozent der Befragten haben die Frage, ob sie eine "All-Risk-Versicherung" einem Einzelabschluss vorziehen würden, unentschlossen weder mit ja noch mit nein beantwortet. Der Anteil ist sehr hoch und lässt vermuten, dass sich ein Großteil der Befragten nicht derart detailliert mit dem recht komplexen Thema Versicherung auseinandersetzt oder auseinandersetzen möchte. "Hier ist die Branche insgesamt gefragt, den Kunden mit attraktiven, individuellen und aus Kundensicht vor allem unkomplizierten Lösungen zu erreichen", so Adcubum-Geschäftsführer Süß. "Wer sich seine Versicherungen für seine konkrete Lebenssituation zusammenstellen kann - ob in kleinen Modulen oder als individuelles Komplettpaket - wird sich bestimmt auch intensiver mit diesem Thema beschäftigen. Wichtig dabei: Die Produkte müssen verständlich und die Prozesse für den Kunden einfach sein."

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Stichprobe bei zwölf Banken zu ETF-Anlage

02/2018 - Sogenannte ETF gelten unter Anlage-Experten als besonders kostengünstige Empfehlung. Doch eine Stichprobe der Verbraucherzentrale zeigt: Wer die Aktien-Fonds ins falsche Bank-Depot legt, riskiert dramatischen Kapitalverlust.

„Stecken Sie Ihr Geld in Aktien. Dazu kaufen Sie sich eine große Dosis Schlaftabletten. Nach vielen Jahren wachen Sie als reicher Mann auf.“ Getreu dieser Devise des legendären Börsengurus Andre Kostolany gedachte die Verbraucherzentrale NRW ihre Stichprobe zu planen.

Zwar ohne Pillen, dafür aber mit als besonders „kostengünstig“ gepriesenen sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds). Das sind breit gestreute Aktienfonds, die es meist ohne Ausgabeaufschlag gibt. Die fondsinternen Verwaltungsgebühren sind niedrig, da keine Aktien aktiv ausgewählt werden, sondern lediglich ein Index wie der DAX oder der Euro Stoxx abgebildet wird. Obendrein sollten die ETFs gleich zehn Jahre im Depot von zwölf Banken ruhen.

Aufgewacht sind die Verbraucherschützer allerdings schon frühzeitig und mussten sich erstaunt die Augen reiben. Denn schnell war erkennbar: Statt Reichtum gab's oftmals nur eins ganz sicher: fetten Verlust.

Der Grund: Wer in ETFs investieren will, braucht ein Wertpapierdepot und muss die Fondsanteile über die Börse kaufen. Durchgerechnet wurden im Verbraucherzentralen-Check zwei Szenarien bei zwölf Banken: Die Gesamtkosten für Anleger, die jeweils 1000 oder 10.000 Euro investieren und nach zehn Jahren ihre ETF-Anteile wieder verkaufen. Standen mehrere Depotvarianten bei einem Institut zur Auswahl, zählten die günstigeren Entgelte für die Online-Depotführung. Hochgerechnet wurden die aktuellen Order- und Depotgebühren auf zehn Jahre unter der Annahme, dass die Kostensätze nicht geändert werden.

Das Ergebnis: Preiswertester Anbieter in der 1.000-Euro-Kategorie war die Onvista-Bank. Fünf Euro Fixgebühr pro Order und kostenlose Depotführung ließen den Gebührenzähler beim Verkauf der Anteile nach zehn Jahren bei exakt zehn Euro stehen bleiben. Kundenfreundlich agierten auch die Deutsche-Bank-Tochter Maxblue mit 17,80 Euro sowie ING-DiBa mit 19,80 Euro.

Den Gebührenhammer schwang dagegen der S-Broker; das ist der vermeintlich kostengünstige Online-Ableger der Sparkassen. Hier wurde Anlegern, die das Prinzip „Kaufen und Halten“ befolgen, die Depotgebühr zum Verhängnis.

Denn wer nicht mindestens eine Transaktion pro Quartal durchführte oder ein Anlagevolumen von 10.000 Euro verwaltete, musste beim S-Broker alle drei Monate 11,97 Euro als Depotgebühr berappen. Das ließ bei neun Jahren und drei Quartalen ohne Transaktion die Gesamtkosten auf horrende 484,81 Euro steigen. Damit fraßen die Gebühren fast die Hälfte des Kapitals von 1.000 Euro auf.

Immerhin: Besser lief`s für S-Broker-Kunden bei der 10.000-Euro-Anlage, für die insgesamt lediglich 59,98 Euro fällig wurde. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Wert der ETF-Anteile konstant über der kritischen Marke von 10.000 Euro blieb.

Vorne lag beim größeren Depot erneut die Onvista-Bank mit ihrem einfachen Preismodell, das die Nebenkosten bei lediglich zehn Euro beließ. Mit jeweils 50 Euro belegten Maxblue und ING-DiBa gemeinsam den dritten Rang.

Mau sah es bei den Filialbanken aus, die durchweg mit hohe Kosten daher kamen. Über 14 mal teurer gegenüber Onvista war das 1000-Euro-Depot bei den zwei günstigsten: der Sparkasse Gelsenkirchen (143,10 Euro) und der Dortmunder Volksbank (147 Euro). Beim 10.000-Euro-Depot wiederum führten die Postbank (228 Euro) und die Commerzbank (248,85 Euro) das Feld der Filialbanken an.

Kurios: Bei der Commerzbank fielen beim DirektDepot geringere Kosten an als bei ihrer Direktbanktochter Comdirect. Und beim 1000-Euro-Investment waren die Stadtsparkassen Düsseldorf und Gelsenkirchen um weit mehr als die Hälfte billiger als der verbundeigene S-Broker.

Tipp der Verbraucherzentrale: Wer langfristig anlegt, sollte tunlichst auf die jährlichen Depotgebühren achten – denn die können sich vor allem bei kleineren Anlagesummen nicht nur als Renditekiller erweisen, sondern sogar als Kapitalvernichter. Kostenlose Depotführung ohne Haken und Ösen hatten in der Stichprobe ING-DiBa, Maxblue und Onvista-Bank zu bieten.


Was sich 2018 ändert: Mehr Geld, mehr Urlaub, mehr Gerechtigkeit

01/2018 - Man muss nicht orakeln, um zu wissen, was sich 2018 in Deutschland alles ändert, denn vieles steht schon in den entsprechenden Gesetzen und muss nur noch umgesetzt werden. Die Stiftung Warentest hat in einer langen Liste zusammengestellt, womit zu rechnen ist. Freuen können sich unter anderem Hartz-IV-Empfänger, weil sie mehr Geld bekommen, Arbeitnehmer, die mit klug gewählten Brückentagen ihren Urlaub verdoppeln können, schwangere Schülerinnen und Studentinnen, weil sie freiwillig an Vorlesungen o.ä. teilnehmen dürfen und Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich betrachten, da das dritte Geschlecht als positive Geschlechtsbezeichnung aufgenommen wird.

Für Alleinerziehende gelten ab 2018 neue Unterhaltssätze, denn es werden die Einkommensgrenzen angehoben, etwa die unterste Einkommensgruppe von 1.500 Euro auf 1.900 Euro (netto) des Unterhaltspflichtigen. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird bis Ende 2018 eine gesetzliche Neuregelung geschaffen, in der neben „männlich‘ und „weiblich“ auch eine weitere Bezeichnung als positive Geschlechtsbezeichnung aufgenommen wird, wie „inter“ oder „divers“. Durch die Anhebung des Grundfreibetrages zahlen alle weniger Einkommensteuer, allerdings werde der Steuervorteil bei Besserverdienern von den gestiegenen Sozialabgaben aufgefressen, so die Stiftung Warentest. Ab 25. Mai müssen die Vorgaben der EU-Datenschutzgrundverordnung umgesetzt sein. Danach sind bei Verstößen hohe Bußgelder zu erwarten, wenn Unternehmen von ihren Kunden keine Einwilligung einholen, um deren persönliche Daten zu verarbeiten. Der Mindestlohn gilt ab dem 1. Januar bundesweit und für alle Branchen, und Arbeitgeber mit mehr als 200 Beschäftigten müssen ihre Gehaltsstruktur offen legen. Schwangere Schülerinnen und Studentinnen haben mehr Mitspracherecht bei ihren Arbeitszeiten.

Was sich sonst noch alles ändert, und ausführliche Informationen dazu unter www.test.de/neu-in-2018


Kaufkraft der Deutschen steigt 2018 um 2,8 Prozent

01/2018 - Die Kaufkraft der Deutschen wird im Jahr 2018 laut der GfK Kaufkraftstudie auf 22.992 Euro pro Kopf ansteigen. Das entspricht einem rechnerischen Plus von nominal 2,8 Prozent und 633 Euro mehr pro Kopf.

GfK prognostiziert für das Jahr 2018 eine Kaufkraftsumme von 1.893,8 Milliarden Euro für Gesamtdeutschland. Das sind pro Kopf nominal 2,8 Prozent und 633 Euro mehr als im Vorjahr, basierend auf der revidierten Vorjahresprognose. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche pro-Kopf-Kaufkraft von 22.992 Euro, die den Deutschen im Jahr 2018 für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung stehen.

Unter Kaufkraft versteht man das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. Die für 2018 prognostizierte positive Kaufkraftentwicklung stützt sich auf wachsende Löhne in vielen Branchen und den stabilen Arbeitsmarkt. Auch bei den Renten wird 2018 ein Anstieg erwartet. Wie viel vom nominalen Kaufkraftzuwachs real übrig bleibt, hängt allerdings davon ab, wie sich 2018 die Verbraucherpreise entwickeln werden.

Auf Ebene der Bundesländer verändert sich im Jahr 2018 wenig. Im Ranking zieht nur Berlin an Bremen vorbei auf Rang 10. Die anderen ostdeutschen Bundesländer entwickeln sich ebenfalls positiv, mit einer Zunahme des Kaufkraftindexes zwischen 0,7 und 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt liegen sie aber noch immer deutlich unter dem Niveau der alten Bundesländer.

Den größten Rückgang verzeichnen Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bremen mit Indexpunktverlusten zwischen 0,7 und 0,8 Prozent. Da der Index den Vergleich zum Bundesdurchschnitt darstellt, handelt es sich aber nur um einen relativen Rückgang. In der Summe steigt im nächsten Jahr die nominale pro-Kopf-Kaufkraft in allen Bundesländern an.

Umfrage: Die Deutschen überschätzen ihre Kenntnisse über Finanzen

01/2018 - Die Deutschen überschätzen ihre eigene Finanzkompetenz. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Bankenverbands hervor. „Die meisten Bürger interessieren sich zwar für Wirtschaftsthemen und glauben auch, dass sie sich in Finanzangelegenheiten gut auskennen. Jedoch entspricht diese Selbsteinschätzung leider nicht der Realität“, sagte Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, zu den Ergebnissen der repräsentativen Umfrage. So wusste ein Viertel (26 %) der Befragten nicht, was „Inflation“ bedeutet, und lediglich die Hälfte (52 %) konnte die ungefähre Höhe der gegenwärtigen Inflationsrate nennen. Mit 44 % konnte auch fast die Hälfte nicht erklären, was ein Investmentfonds ist.

„Es ist bedenklich, dass sich die Kompetenz der Deutschen in Finanzfragen seit 2014 noch verschlechtert hat“, so Krautscheid zu den Ergebnissen des sogenannten Finanzplanungsindex: „In Zeiten, in denen wir die Digitalisierung aller Lebensbereiche erleben, wird ein wirtschaftliches Grundverständnis immer wichtiger.“ Gerade jüngere Erwachsene (unter 30 Jahren) zeichneten sich nach Ergebnissen der Studie durch eine geringere Finanzkompetenz aus. Wenn dies in späteren Lebensphasen nicht mehr aufgeholt werde, bestehen schlechte Voraussetzungen, die eigenen Finanz- und Vorsorgeentscheidungen richtig zu treffen. Der Finanzplanungsindex wird an gleichbleibenden Fragen gemessen. Danach verfügen 2017 mehr als 60 % der Befragten über schlechte oder eher schlechte Finanzkenntnisse. 2014 lag der Wert noch bei 56 %.

Krautscheid weiter: „Es ist nicht nur Aufgabe der Schule und der Eltern, Finanzwissen zu vermitteln. Dies sehe ich vielmehr auch als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der sich Unternehmen und Wirtschaftsorganisation ebenso angesprochen fühlen.“