News-Archiv 2020

Mehr Geschenke, Geld und Gutscheine zu Weihnachten und Silvester 2020

12/2020 - Trotz Kontaktbeschränkungen für die Feiertage: Die Menschen hierzulande machen das Beste draus. Wie eine repräsentative Umfrage der ING Deutschland zeigt, wollen rund 60 Prozent der Deutschen in diesem Jahr gleich viel oder mehr Geld für das Weihnachts- oder Neujahrsfest ausgeben als im Vorjahr. 

 "Im europäischen Vergleich steht Deutschland finanziell gut da", erklärt Sebastian Franke, Consumer Economist bei der ING Deutschland. "Unserer Umfrage zufolge schränken sich Konsumenten in anderen Ländern stärker ein. In Spanien und Rumänien gaben sogar 60 Prozent der Befragten an, weniger Geld für die Feierlichkeiten ausgeben zu wollen als im Vorjahr." 

 

 Weihnachten und Neujahr für viele Bundesbürger finanziell machbar

 

 Trotz Kurzarbeit und schwieriger wirtschaftlicher Lage müssen die meisten Deutschen der Umfrage nach für das Weihnachts- und Neujahrsfest nicht an ihr Erspartes gehen. Rund 70 Prozent können alle Ausgaben rund um die Feierlichkeiten mit ihren aktuellen Einnahmen decken. Wegen der Pandemie fallen zudem Ausgaben für Reisen weg. Hier zeigen sich die Deutschen tugendhaft und wollen das gesparte Budget nicht sofort ausgeben, sondern entweder sparen (30 Prozent) oder für kommende Reisen zur Seite legen (25 Prozent). 

 

 Auch 2020: Geld und Gutscheine beliebteste Weihnachtsgeschenke 

 

 Einfluss auf die Auswahl der Geschenke hat die Pandemie offensichtlich nicht: Denn auch dieses Jahr bleiben sich die Deutschen bei der Geschenkwahl treu. Zwei von drei Beschenkten werden an Heiligabend wohl Geld oder einen Gutschein bekommen. Hoch im Trend liegen dieses Jahr laut Umfrage auch Kleidung (18 Prozent) und Bücher (16 Prozent). Jeder Sechste darf sich zudem über ein selbst gemachtes Geschenk freuen. Einen Trend hat die Pandemie zusätzlich verstärkt: Jeder Zweite wird für die Feierlichkeiten zu Weihnachten und Neujahr vornehmlich online einkaufen.


Tracking-Cookies nur mit Einwilligung erlaubt

12/2020 -Ohne Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer dürfen Webseitenbetreiber keine Cookies für Analyse- und Marketingzwecke einsetzen, die personenbezogene Daten an Dritte übermitteln und diesen die Nachverfolgung des Surf- und Nutzungsverhaltens ermöglichen. Eine voreingestellte Erlaubnis, die lediglich über einen „OK“-Button bestätigt werden soll, reicht nicht aus. Das hat das Landgericht Rostock nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen den Anwaltssuchdienst advocado entschieden.

 „Verbraucherinnen und Verbraucher müssen bewusst darüber entscheiden können, ob und welchen Unternehmen sie die Nachverfolgung ihres Surfverhaltens und die kommerzielle Nutzung ihrer Daten erlauben“, sagt Rosemarie Rodden, Rechtsreferentin beim vzbv. 

 

 Zustimmung zu Cookies war schon angekreuzt

 

Mit einem sogenannten Cookie-Banner wollte advocado die Erlaubnis einholen, verschiedene Cookies auf dem Gerät des Nutzers zu speichern. Darunter waren auch Cookies von Drittanbietern, die eingesetzt werden, um persönliche Daten an Dritte zu übermitteln und das Nutzerverhalten über die Webseite hinaus für Werbezwecke nachzuverfolgen. 

 Erlaubt ist das – wie sowohl der EuGH als auch der Bundesgerichtshof bereits in einem Verfahren des vzbv gegen den Gewinnspielanbieter Planet49 entschieden haben - nur mit einer vorherigen informierten Einwilligung der Nutzer. 

 Eine echte Wahlmöglichkeit hatten die Besucher der advocado-Webseite allerdings nicht. Die Nutzer sollten durch Anklicken des „OK“-Buttons der Verwendung aller Cookies zustimmen. Denn neben den für den Betrieb der Seite notwendigen Cookies waren auch solche für „Präferenzen“, „Statistiken“ und „Marketing“ fest angekreuzt. 

 Das Landgericht Rostock schloss sich der Auffassung des vzbv an, dass die vom Anbieter gewählte Vorbelegung aller Cookies nicht die Anforderungen an eine informierte und freiwillige Einwilligung erfülle. 

 

 Wirksame Einwilligung auch bei neuem Cookie-Banner nicht eingeholt

 

 Auch bei einem anderen von advocado verwendeten Cookie-Banner waren sämtliche Cookies unter dem Link „Details zeigen“ vorausgewählt. Bei der Neugestaltung des Cookie-Banners hatten die Nutzer zwar die Möglichkeit, nur notwendige Cookies zulassen. Die Richter monierten jedoch, dass der entsprechende Button optisch deutlich in den Hintergrund trete und nicht als anklickbare Schaltfläche erkennbar sei. Die durch Anklicken des grün unterlegten Buttons „Cookies zulassen“ erteilte Einwilligung könne nicht wirksam erteilt werden.

 

 Advocado muss sich am DSGVO halten 

 

 Das Landgericht entschied weiter, dass advocado in der Datenschutzerklärung den richtigen Rechtfertigungsgrund für die Übermittlung von personenbezogenen Daten in Drittländer angeben muss. Durch die Verwendung von „Google Analytics“-Cookies liegt nach Ansicht der Richter außerdem eine gemeinsame Datenverarbeitung mit Google vor, so dass advocado den Nutzern die wesentlichen Punkte der Vereinbarung mit Google zur Verfügung stellen muss. Endgültig entschieden ist der Rechtsstreit noch nicht. advocado hat gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht Rostock eingelegt. 

 

 Rechtsklarheit dringend nötig

 

 Aus Sicht des vzbv zeigt dieser Fall erneut, wie dringend eine rechtsklare Regelung zum Einsatz von Cookies zu Werbe- und Analysezwecken wäre. Allerdings können sich die Mitgliedsstaaten im Rat der Europäischen Union seit Jahren nicht auf eine gemeinsame Position zur ePrivacy-Verordnung einigen. 

 Parallel arbeitet die Bundesregierung daran, die alte ePrivacy-Richtlinie in deutsches Recht umzusetzen. Dabei fordert der vzbv die Bundesregierung dazu auf, bei der Umsetzung der alten ePrivacy-Richtlinie in deutsches Recht nicht erneut von den europäischen Vorgaben abzuweichen. Denn solche Abweichungen von der Umsetzung haben überhaupt erst zum derzeitigen Rechtschaos in Deutschland geführt.

 


Aktien und Steuererklärung: Mit Verlusten die Steuerlast senken

12/2020 - Wirecard, Air Berlin oder SAP: Der Wert von Unternehmens-Aktien kann aus den unterschiedlichsten Gründen einbrechen. Für Anleger bedeutet das: Sie müssen teilweise hohe Verluste hinnehmen. Immerhin lassen sich Verluste aus Aktiengeschäften verrechnen, so dass sich der zu versteuernde Gewinn verringert und der Anleger weniger Steuern zahlt. Wie das funktioniert, welche Neuerungen es seit 2020 gibt und wann Anleger selbst tätig werden sollten, das zeigt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH).

 

Aktiengewinne müssen versteuert werden

 

Grundsätzlich muss jeder Anleger auf seine Aktiengewinne die Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zahlen. Das sind in Deutschland üblicherweise zwischen 26,38 Prozent und 27,99 Prozent Steuern - je nachdem, ob der Anleger Mitglied einer Kirche ist und in welchem Bundesland er lebt.

Immerhin steht Anlegern ein Freibetrag zu: Singles dürfen Aktiengewinne bis zu einer Höhe von 801 Euro steuerfrei behalten und Verheiratete den doppelten Betrag, also 1.602 Euro. Dafür sollte jeder Anleger seinem Kreditinstitut einen sogenannten Freistellungsauftrag eingeräumt haben. Ansonsten werden die Steuern zunächst abgezogen, können aber über die Steuererklärung wieder zurückgeholt werden.

 

Gewinn oder Verlust berechnen

 

Nur auf Aktiengewinne sind Steuern fällig. Ein Gewinn entsteht, wenn eine Aktie zu einem höheren Kurs verkauft wird, als sie ursprünglich gekostet hat. Machen Anleger mit ihren Aktien Gewinn, müssen sie sich um die Besteuerung nicht selbst kümmern. Das übernimmt das Kreditinstitut und verrechnet direkt Gewinne und Verluste, so dass Anleger nur auf die Differenz Steuern zahlen müssen.

Bei Verlusten ist der Verkaufskurs niedriger als der Kaufkurs. Und in manchen Fällen muss der Anleger selbst tätig werden, um Steuern zu sparen. Doch zunächst die Berechnung für den Gewinn oder Verlust bei einem Aktienverkauf:

 

Verkaufserlös der Aktie

 

- minus Veräußerungskosten (wie Bankspesen)

- minus Anschaffungskosten

- minus Anschaffungsnebenkosten (wie Bearbeitungsgebühren)

= Veräußerungsgewinn oder -verlust der Aktie

 

Verlust: Aktien mit Aktien verrechnen

 

Hat ein Anleger seine Aktien mit Verlust verkauft, kann er die Veräußerungsverluste mit Gewinnen aus anderen Aktienverkäufen verrechnen - allerdings ausschließlich mit anderen Aktien, nicht mit Dividenden oder Zinsen. Dieses Vorgehen nennt sich "horizontaler Verlustausgleich", da Verluste nur innerhalb derselben Einkunftsart ausgeglichen werden dürfen.

 

Die Verrechnung ist möglich mit Gewinnen aus Aktienverkäufen des gleichen Jahres und auch der Folgejahre. Das Ganze nennt sich "Verlustvortrag". Der Vorteil dabei: Die Verluste, die sich im gegenwärtigen Jahr steuerlich nicht auswirken, werden mit zukünftigen Gewinnen verrechnet.

 

Verlustverrechnung übernimmt bei einem Depot die Bank

 

Die Verlustverrechnung übernimmt in der Regel die Bank oder das Finanzinstitut für den Anleger, ohne dass er sich selbst darum kümmern muss: Von positiven Kapitalerträgen wird keine Abgeltungssteuer einbehalten, bis die Verluste ausgeglichen sind.

 

Bei mehreren Depots muss der Anleger selbst aktiv werden

 

Hat ein Anleger bei mehreren Banken in Aktien investiert, muss er selbst tätig werden. Ist zum Beispiel eine Kapitalanlage für den Anleger zum Verlustgeschäft geworden und eine andere hat Gewinne gebracht, muss er eine Verlustbescheinigung von seiner Bank anfordern, bei der die defizitäre Anlage lag. Diese Bescheinigung muss dem Finanzamt in der Regel vorgelegt werden. Das Finanzamt wird den Verlust von den Gewinnen abziehen und dadurch den steuerpflichtigen Gewinn verkleinern.

Wichtig: Die Verlustbescheinigung muss bei der betroffenen Bank bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres beantragt werden. Dafür gibt es Vordrucke, in der Regel erhältlich beim eigenen Kreditinstitut.

 

Neu seit 2020: Aktienverluste bis 10.000 Euro verrechnen

 

Geht ein Unternehmen bankrott oder insolvent, dann ist es an der Börse nicht mehr handelbar - die Aktien sind wertlos. Seit 2020 gibt es die Möglichkeit, solche Verluste mit Aktiengewinnen zu verrechnen, nämlich bis zu einer Höhe von 10.000 Euro. Nicht verrechnete Verluste können auf Folgejahre vorgetragen und jeweils in Höhe von 10.000 Euro mit Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Das Ganze gilt für Aktienverluste, die ab dem 1. Januar 2020 entstanden sind.


Bund der Steuerzahler präsentiert Schwarzbuch 2020

11/2020 - Eine Totholz-Hecke muss abgerissen werden, weil keine Baugenehmigung vorlag – 30.000 Euro verschwendet. Eine historische Brücke wird aufwendig saniert, obwohl sie keinen Nutzwert mehr hat – macht 200.000 Euro. Und schließlich ein Grandhotel auf dem Bonner Petersberg, das dem Bund gehört und den Steuerzahlern ein Verlustgeschäft von bislang 7 Millionen Euro einbrachte. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat sein 48. Schwarzbuch mit Steuergeldverschwendungsfällen jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Es fasst Steuergeldverschwendung quer durch die Bundesrepublik zusammen.

Weitere Beispiele: Drei Jahre tourte die mobile Disco namens „Dance Cube“ in einem Schiffscontainer durch das Land, weil die Bundesregierung damit für mehr Energie-Effizienz werben wollte. Allein mit ihren Tanzbewegungen sollten interessierte Bürger die Disco betreiben können. Doch dies entpuppte sich als Werbe-Gag: Anders als verkündet, war die Disco nicht energieautark – der gewonnene Strom war minimal. Umso höher waren die Kosten: Das Projekt hat die Steuerzahler 1,8 Millionen Euro gekostet.

Erst gar nicht zum Einsatz kam ein neuer Feuerwehrwagen im hessischen Eschborn. Die Stadt hatte das Fahrzeug für knapp 680.000 Euro für die freiwillige Feuerwehr angeschafft – doch das Gerät war zu schwer. Mit 17 Tonnen überschreitet der Wagen das zulässige Gewicht um eine Tonne. Weil der Wagen somit nutzlos war, gab die Stadt ihn schließlich für 440.000 Euro zurück.

Nicht nur diese Fälle sind „richtig skurril“! Das gleichnamige Schwarzbuch-Kapitel wird zum Beispiel ergänzt um „chaotisches Controlling“ und „teure Imagepflege“ der Politik. Insgesamt hat der Verband 100 exemplarische Fälle auf kommunaler, Landes- sowie Bundesebene recherchiert. Bei der Präsentation des Schwarzbuchs „Die öffentliche Verschwendung 2020/21“ übte BdSt-Präsident Reiner Holznagel nicht nur Kritik an den Verantwortlichen, sondern verwies auch auf zahlreiche Erfolge: Dank konsequenter Kritik konnten wir immer wieder Steuergeld retten.


E-Autos: Intransparente Preise an Ladesäulen

11/2020 - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat drei Betreiber von Ladestationen für E-Autos wegen Verstößen gegen die Preisangabenverordnung abgemahnt. Die Verbraucherschützer werfen den Anbietern eine intransparente Preisgestaltung vor. Kunden wissen oft nicht, wie viel sie für eine Kilowattstunde Strom an der Ladesäule zahlen müssen oder werden ohne erkennbaren Grund mit drastischen Preiserhöhungen konfrontiert. Abgemahnt wurden die Digital Charging Solutions GmbH, die Plugsurfing GmbH und ein weiterer Anbieter. Gleichzeitig begrüßt der vzbv die Pläne der Bundesregierung, die das Bezahlen an der Ladesäule einfacher machen sollen.

„Die Zukunft der Elektromobilität hängt nicht nur vom Ausbau der Ladestationen, sondern auch von fairen und transparenten Tarifen ab“, sagt Kerstin Hoppe, Rechtsreferentin beim vzbv. „Davon kann derzeit oft noch keine Rede sein. Statt verbrauchsabhängig nach der gelieferten Energiemenge müssen Kunden teilweise nach Ladezeit bezahlen. Immer wieder müssen Kunden zudem aufgrund ihres Ladeverhaltens hohe Preise zahlen – ohne dass erkennbar ist, warum.“


Anschlusskredit: Niedrige Zinsen sichern

11/2020 - Eine Anschlussfinanzierung kann für Immobilienbesitzer aus zwei Gründen anstehen: Entweder weil das derzeitige Hypothekendarlehen demnächst ausläuft oder weil das laufende Darlehen mit langer Zinsbindung bereits nach zehn Jahren gekündigt werden kann. Derzeit sind Anschlusskredite weiterhin besonders günstig, wie eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Vergleichen lohnt sich. Der Zinsunterschied zwischen den günstigsten und den teuersten Angeboten beträgt bei einem 150.000-Euro-Kredit bis zu 10.857 Euro.

Sobald seit der Auszahlung eines Immobiliendarlehens zehn Jahre vergangen sind, können Kreditnehmer jederzeit mit einer Frist von 6 Monaten kündigen. Davon können viele Haus- und Wohnungsbesitzer profitieren. Denn der Anschlusskredit ist fast immer günstiger als der Altvertrag. Für ein Anschlussdarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung etwa verlangten etliche Banken und Vermittler im Test einen Effektivzins von unter einem halben Prozent im Jahr.

Modellfall für einen Test war die Finanzierung einer Restschuld von 150.000 Euro – bei einem Immobilienwert von 300.000 Euro. In der ersten Variante wählt der Kunde einen Kredit mit 10 Jahren Laufzeit, bei dem am Ende eine Restschuld von ungefähr 55.000 Euro und in der Zweiten einen Volltilger mit 15 Jahren Laufzeit. Unter den von der Stiftung Warentest ermittelten Angeboten sind für beide Varianten auch Forward-Darlehen, die erst in zwei oder drei Jahren die Restschuld des bestehenden Darlehens ablösen – zu Konditionen, die schon heute fest mit der Bank vereinbart werden. Der Test zeigt: Anschlusskredite gibt es weiterhin zu äußerst günstigen Konditionen, egal ob sofort oder als Forward.

Das Darlehen mit 15 Jahren Zinsbindung boten die günstigsten Banken bereits zu Zinssätzen von weit unter 1 Prozent an. Forwarddarlehen waren oft nicht viel teurer. Läuft die Zinsbindung des alten Darlehens noch zwei Jahre, verlangte die Mehrzahl der Banken und Vermittler im Test nur einen Zinsaufschlag von weniger als einem viertel Prozentpunkt.


Betriebliche Gesundheitsförderung: Bis zu 600 Euro jährlich steuerfrei vom Chef

10/2020 - Arbeitgeber können ihren Angestellten bestimmte Gesundheitskurse finanzieren - steuerfrei. Früher lag die Grenze bei 500 Euro im Jahr, seit 2020 sind bis zu 600 Euro möglich. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) zeigt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist der Schutz der Gesundheit noch mehr zu einem der wichtigsten Themen geworden - auch für Arbeitgeber. Unterstützt werden sie dabei von Krankenkassen, die verschiedene Gesundheitskurse für Arbeitnehmer anbieten. Und von der Finanzverwaltung, die seit 1. Januar 2020 Arbeitgeberzuschüsse von bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei anerkennt. Betriebliche Gesundheitsförderung nennt sich dieses Prinzip.

Folgende Bedingungen sind an die steuer- und sozialversicherungsfreie betriebliche Gesundheitsförderung geknüpft - erste Bedingung: Der Arbeitgeber überweist dem Mitarbeitenden die Zuschüsse zusätzlich zum Arbeitslohn. Die zweite Bedingung ist, dass Mitarbeitende nur Zuschüsse für Kurse erhalten, die den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern. Dazu gehören:

- Bewegungsprogramme, zum Beispiel Rückenkurse
- Ernährungsangebote, zum Beispiel zur Reduktion von Übergewicht
- Aufklärungskurse zum Suchtmittelkonsum, zum Beispiel Rauchentwöhnung
- Kurse zur Stressbewältigung, zum Beispiel autogenes Training
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht den Mitarbeitenden ein Freibetrag von bis zu 600 Euro pro Jahr zu. Erhält ein Mitarbeitender mehr Geld von seinem Arbeitgeber, muss er nur den Teil der Zuschüsse versteuern, der über dem Freibetrag liegt. Beispiel: Zahlt der Arbeitgeber 650 Euro für die Gesundheitsförderung, werden nur auf 50 Euro Steuern fällig.

Kurse im Unternehmen sind Sachleistungen

In großen Firmen fanden Kurse zur Gesundheitsförderung vor Ausbruch der Corona-Pandemie häufig im eigenen Gebäude statt. Unter Wahrung der aktuell geltenden Abstands- und Hygiene-Regeln ist das prinzipiell auch jetzt wieder möglich. Der Arbeitgeber übernimmt dann die Kosten direkt. Steuerlich gesehen erhalten Mitarbeitende eine Sachleistung - und genau wie bei der Geldleistung gilt: Die Gesundheitsförderung ist bis zu 600 Euro steuerfrei. Und alles, was darüber liegt, muss versteuert werden.

Bestimmte Maßnahmen werden nicht gefördert

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) hat aufgelistet, welche Kosten und Maßnahmen nicht zur betrieblichen Gesundheitsförderung zählen und deshalb keine Steuererleichterung bringen:

- Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen, Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen
- Maßnahmen ausschließlich zum Erlernen einer Sportart
- Trainingsprogramme mit einseitigen körperlichen Belastungen
- Massagen
- Maßnahmen von Anbietern, die ein wirtschaftliches Interesse am Verkauf von Begleitprodukten haben - zum Beispiel Diäten oder Nahrungsergänzungsmittel
- Maßnahmen, die den Einsatz von Medikamenten zur Gewichtsabnahme, Formula-Diäten (Nahrungsersatz oder Nahrungsergänzungsmittel) sowie extrem kalorienreduzierter Kost propagieren
Auf den Internetseiten der Krankenkassen finden Interessierte die förderfähigen Kursangebote in ihrer Region.



Jüngere Deutsche investieren zunehmend in Aktien

10/2020 - Börsenhandel gewinnt bei Jüngeren an Beliebtheit: Vor allem bei Menschen unter 25 Jahren ist das Interesse an Aktien deutlich gestiegen. Während im Vorjahr 26 Prozent Aktien als Anlage nutzten, sind es in diesem Jahr schon 39 Prozent; im Vergleich zu 2017 sind es sogar 22 Prozentpunkte mehr. In keiner anderen Altersklasse hat die Zahl der Aktionäre so sprunghaft zugenommen. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie "Aktienkultur in Deutschland" der "Aktion pro Aktie", zu der sich comdirect, Consorsbank und ING Deutschland zusammengeschlossen haben. Für die zum vierten Mal in Folge durchgeführte Studie wurden im Juli und August 2020 insgesamt 2.000 Deutsche ab 18 Jahren online befragt.

Mehr als die Hälfte der jungen Bundesbürger unter 25 Jahren sind zudem der Ansicht, dass sie noch mehr aus ihrem Vermögen machen könnten. In der Altersklasse der 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 59 Prozent. Doch auch die Älteren bis 45 Jahre sind mehrheitlich der Ansicht, dass in Sachen Vermögensaufbau mehr möglich wäre. Derzeit besitzen knapp vier von zehn Deutschen unter 25 Jahren Aktien, nur noch die 45- bis 54-Jährigen können da zahlenmäßig mithalten; in allen anderen Altersklassen ist der Anteil niedriger. Besonders die Älteren der Generation 65 Plus sind von Wertpapieren weniger angetan; lediglich ein Viertel von ihnen ist derzeit im Besitz von Aktien.

Im Vorjahr haben vor allem die unter 35-Jährigen über mögliche Aktieninvestitionen nachgedacht. Von ihnen hat dann auch knapp ein Viertel erstmalig bzw. mehr als bisher in Wertpapiere investiert. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sind dies zehn Prozentpunkte mehr.

Wie lassen sich Jüngere vom Aktienkauf begeistern? Für die unter 45-Jährigen ist besonders die Möglichkeit, geringe Summen unter 100 Euro zu investieren, ein großer Anreiz. In allen drei Altersklassen (18-24, 25-34 und 35-44) gibt dies jeweils ein Drittel derjenigen an, die derzeit keine Wertpapiere besitzen. Günstige Gebühren beim Aktienkauf verlocken von den bis 35-Jährigen etwa ein Drittel. Auch die Möglichkeit der Absicherung durch die eigene Bank gegen einen möglichen Wertverlust würde insbesondere die bis 35-Jährigen zu einem Aktienkauf motivieren. Etwa ein Drittel von ihnen gibt dies an, im Bundesschnitt sind es hingegen nur 19 Prozent. Nachhaltigkeit wiederum ist im Vergleich zum Bundesschnitt vor allem für die unter 25-Jährigen ein Thema: Überdurchschnittlich viele, nämlich 21 Prozent von ihnen würden in ein Unternehmen investieren, das sich für Umweltschutz engagiert oder ethisch unbedenklich wirtschaftet. Im Bundeschnitt sind es hingegen nur neun Prozent.



Smarte Türschlösser: Das beste Schloss ist auch das günstigste

10/2020 - Die Haus- oder Wohnungstür ohne Schlüssel öffnen – das kann sehr praktisch sein. Im Test von smarten Türschlössern der Stiftung Wartentest schneidet das günstigste Schloss am besten ab. Ein Schloss hat Schwachstellen in der Sicherheit und bekommt daher die Note Mangelhaft.

Nutzer tauschen ihren Schlüssel nicht nur gegen einen anderen Türöffner wie Smartphone, Fernbedienung oder Fingerabdruck. Sie kommen auch in den Genuss zusätzlicher Komfortfunktionen: So können Zutrittsrechte und -zeiten für bestimmte Personen definiert werden, etwa für Putzhilfe, Pflegedienst oder Handwerker. Auch eine Vermietung an Feriengäste während des eigenen Urlaubs ist denkbar – ohne Schlüsselübergabe.

Ein Fernzugriff über das Internet kann aber zur Schwachstelle des smarten Türschlosses werden, warnen die Tester. Zwei Anbieter erlauben hierfür zu schwache Passwörter. Ein Schloss lässt sich auch in kurzer Zeit ganz konventionell durch Aufbohren knacken.

Die Montage der Schlösser ist unkompliziert, bei den meisten Geräten wird das smarte Schloss einfach an der Türinnenseite auf ein bestehendes Schloss montiert, der Motor dreht den Schlüssel. Die Tür sieht von außen wie vorher aus und lässt sich auch weiter mit Schlüssel öffnen. Den Testsieger gibt es schon für knapp 80 Euro.

Der Test smarte Türschlösser findet sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/smarte-tuerschloesser abrufbar.



Kinderschutz-Apps: Nur zwei schneiden gut ab

09/2020 - Smartphones für Grundschüler sind schon fast die Regel und mit ihnen kommen schnell Gewalt, Sex und suchtgefährdende Spiele in Kinderhand. Die Stiftung Warentest hat neun Kinderschutz-Apps getestet, die nicht altersgerechte Apps und Webseiten blockieren, die Bildschirmzeit begrenzen und oft auch den Standort des Kindes tracken können. Zwei Apps sind gut, drei befriedigend und vier ausreichend.

Die teuerste App im Test, Wondershare Famisafe, kostet über 70 Euro pro Jahr und erhält die schlechteste Note. Der Testsieger kostet 20 Euro pro Jahr und überzeugt mit kindgerechter Ansprache, sehr gutem Funktionsumfang und pädagogischer Unterstützung für die Eltern. Die hauseigene App von Google (Family Link) sowie Bildschirmzeit und Familienfreigabe von Apple sind sogar kostenlos und positionieren sich mit der Note Befriedigend im Mittelfeld. Die meisten Apps arbeiteten im Test fehlerfrei, ließen sich kaum aushebeln, boten aber keine pädagogische Unterstützung für Eltern an. Einen umfassenden Schutz vor allen Internet-Gefahren bietet keins der Programme, gegen sexuelle Anbahnung und Mobbing sind sie meist machtlos.

Wichtig bleibt daher auch immer das Gespräch zwischen Eltern und Kind. „Verbot und Kontrolle allein reichen nicht“, so Testleiterin Simone Vintz. Kinder müssten auch die Freiheiten des Internets entdecken und eigene Medienkompetenz entwickeln können. Der vollständige Test findet sich in der September-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/kinderschutz-apps abrufbar.


Steuerfreier Kinderbonus: Wer profitiert davon?

09/2020 - Für jedes Kind, das im Jahr 2020 Anspruch auf Kindergeld hatte, erhalten Eltern ab September einen Bonus in Höhe von 300 Euro - steuerfrei. Geringverdiener profitieren, weil das Geld nicht mit Sozialleistungen wie Hartz IV verrechnet wird. Bei Besserverdienern wird die Bonuszahlung dagegen mit dem Kinderfreibetrag verrechnet, weshalb das Geld sich letztendlich nicht auswirkt. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) zeigt, für wen sich der Kinderbonus lohnt.

Kinderbonus: Erst 200, dann 100 Euro pro Kind

Im Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz hatte die Bundesregierung zunächst Folgendes geplant: Für jedes Kind, das im September und Oktober Anspruch auf Kindergeld hat, sollten 150 Euro an die Eltern überwiesen werden. Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages hatte aber im Juni 2020 empfohlen, im September 200 Euro und im Oktober 100 Euro zu zahlen - was von Bundestag und Bundesrat am 29. Juni 2020 so verabschiedet wurde, und zwar für jedes Kind, das in einem Monat des Kalenderjahres 2020 Anspruch auf Kindergeld hat.

Geringverdiener: Kinderbonus kommt voll an

Der Kinderbonus wird unabhängig vom Einkommen gezahlt. Wichtig für Geringverdiener ist, dass der Bonus nicht auf Familien- oder Sozialleistungen angerechnet wird. Bedeutet konkret: Wer als Eltern oder Alleinerziehender Grundsicherung oder Sozialhilfe bezieht, bekommt den Kinderbonus ohne Abzüge. Anders ist das zum Beispiel beim Kindergeld - es wird laut Beschluss vom Bundesverfassungsgericht im Jahr 2010 auf die Hartz IV-Leistungen angerechnet und der Regelsatz entsprechend gekürzt.

Besserverdiener: Kinderbonus wird auf Kinderfreibetrag angerechnet

Für Gutverdiener haben die 300 Euro Kinderbonus letztendlich keinen Effekt, weil sie auf den Kinderfreibetrag angerechnet werden. Kurz erklärt: Alle Eltern erhalten jeden Monat Kindergeld. Geben Eltern oder Alleinerziehende ihre Steuererklärung ab, prüfen die Finanzbeamten, ob sich der Kindergeldbezug oder der Kinderfreibetrag steuerlich mehr für die Erziehungsberechtigten lohnt ("Günstigerprüfung"). Denn Eltern dürfen nur eine Form der Steuererleichterung erhalten - Kindergeld oder Kinderfreibetrag.

Der Kinderfreibetrag für das Jahr 2020 beträgt 7.812 Euro. So viel Geld steht Erziehungsberechtigten steuerfrei zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine rein fiktive Rechengröße, die das Finanzamt rückwirkend vom zu versteuernden Jahreseinkommen der Erziehungsberechtigten abzieht. Der Kinderbonus wird mit dem Kindergeld in die Günstigerprüfung des Finanzamts eingerechnet - je nach Jahreseinnahmen und Anzahl der Kinder wird so die mögliche steuerliche Entlastung gemindert.

Konkret heißt das: Ein zusammenveranlagtes Elternpaar mit drei Kindern profitiert beispielsweise bis zu einem Einkommen in Höhe von 67.816 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus für alle drei Kinder. Oberhalb dieses Einkommens schmilzt der Kinderbonus allmählich ab. Ab einem Einkommen von 105.912 Euro wird - bei gleichem Beispiel - der Kinderbonus mit den drei Kinderfreibeträgen komplett verrechnet (Einkommensteuererklärung 2020).


 

Was Schülerinnen und Schüler von heute für das Arbeitsleben von morgen brauchen

09/2020 - Es herrscht Einigkeit bei Eltern und Unternehmensentscheidern: Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt nicht nur einschneidend verändern, es werden auch ganz neue Kompetenzen gefragt sein. In einer vom gemeinnützigen Förderprogramm Studienkompass beauftragten repräsentativen Umfrage* geben 85 Prozent der befragten Unternehmensentscheider an, dass in den nächsten 25 Jahren große Veränderungen auf die Arbeitswelt und die Berufseinsteiger zukommen. Über 90 Prozent der Eltern gehen davon aus, dass diese Veränderungen große Auswirkungen für die berufliche Zukunft ihrer Kinder haben werden. Wie man Jugendliche hierfür stärken kann und sich besonders für Chancengerechtigkeit einsetzt, zeigt der Studienkompass nicht nur in der Arbeit mit seinen Geförderten, sondern auch in einer neuen Publikation.

Der Studienkompass setzt sich seit mehr als 13 Jahren erfolgreich für mehr Chancengerechtigkeit am Übergang von der Schule an die Hochschule und in den Beruf ein. Bundesweit wurden bereits mehr als 4.000 Jugendliche mit einer dreijährigen Förderung unterstützt, die aus nichtakademischen Familien kommen und an Hochschulen immer noch stark unterrepräsentiert sind. Die Veränderungen und neuen Herausforderungen der Arbeitswelt stellen zudem die Frage, welche Kompetenzen bei Jugendlichen gestärkt werden müssen, um sie fit für die Zukunft zu machen. Der Studienkompass hat hierfür gemeinsam mit seinen Partnern und einem breiten Netzwerk neue Formate und Angebote entwickelt.

Neue Publikation: "Bereit für morgen! Chancengerechtigkeit schaffen, Zukunftskompetenzen stärken!"

Die Ergebnisse der Umfrage unter Eltern und Führungskräften sind in einer neuen Publikation zusammengefasst. Digitale Kompetenzen spielen für alle eine wichtige Rolle. 41 Prozent der befragten Unternehmensvertreter sehen dies als eine der wichtigsten Fähigkeiten zukünftiger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an. Aber auch Kreativität, Team- und Kommunikationsfähigkeit sind stark gefragt, ebenso die Kompetenz, gut mit Unsicherheiten umzugehen und eigenverantwortlich zu handeln. Viele Berufe, in denen die aktuelle Schülergeneration später arbeiten wird, sind heute noch gar nicht bekannt. Auch 76 Prozent der Eltern geben an, keine Vorstellung davon zu haben, welche Berufe es zukünftig geben wird. Gleichzeitig sehen sie sich aber als wichtigste Ansprechpartner für ihre Kinder, wenn es um die Studien- und Berufsorientierung geht. In der neuen Publikation teilen zudem Studienkompass-Alumni Einblicke in ihre bisherigen Stationen und ausgewählte Experten skizzieren zentrale Bausteine für die Unterstützung von Jugendlichen.

"Eine zeitgemäße Berufsorientierung hat notwendige Zukunftskompetenzen fest im Blick und kann so Jugendliche bestmöglich auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten. Gleichzeitig muss weiterhin alles dafür getan werden, dass alle Jugendlichen die Möglichkeit haben, die eigenen Talente zu entdecken und zu nutzen - unabhängig von ihrer Herkunft. Die Corona-Pandemie zeigt, dass digitales Lehren und Lernen sehr schnell soziale Ungerechtigkeiten verstärkt, die später auch beim Einstieg ins Berufsleben Nachteile mit sich bringen. Hier wollen wir weiterhin ansetzen und gegensteuern", so Dr. Ulrich Hinz, Bereichsleitung Schülerförderung bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, die den Studienkompass gemeinsam mit der Deutsche Bank Stiftung und der Accenture-Stiftung ins Leben rief.

Einen genaueren Überblick zu den Inhalten sowie die gesamte Publikation als PDF zum Download finden Sie unter www.studienkompass.de/zukunftskompetenzen.

*Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH im Jahr 2020, an der 500 Unternehmensentscheider sowie 571 Eltern mit Kindern im Alter von 13 bis 19 Jahren, teilnahmen.

 

Zeitgemäß Vermögen aufbauen

08/2020 - Mit klassischem Sparen kommt man heute auf keinen grünen Zweig mehr. Die Finanzexperten der Stiftung Warentest haben sich alle Sparformen angesehen und zeigen, wie ein zeitgemäßer Vermögensaufbau aussieht. Ihr Fazit: Wer eine akzeptable Rendite möchte, komme ums Fondssparen nicht herum. Doch es gebe je nach Sparziel und Risikotyp unterschiedliche Sparkonzepte. Die Experten sagen, welcher Weg sich für wen eigne und geben Tipps zur Auswahl von Anbietern und Fonds.

 

Dreh- und Angelpunkt eines sinnvollen Sparkonzepts sind danach Sparpläne, mit denen Anleger monatlich Fondsanteile kaufen. Finanztest empfiehlt dafür vor allem börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Weltaktien-ETF. Sparer beteiligen sich damit an vielen internationalen Unternehmen. Je nach Risikoneigung kombinieren sie diese mit klassischen Zinsprodukten wie Tagesgeld, Banksparplänen oder Festgeld. Finanztest hat dafür den Pantoffel-Sparplan entwickelt, den es als offensive, ausgewogene oder defensive Variante gibt. In der aktuellen Finanztest-Ausgabe werden daher sowohl Sparplanangebote genannt, die sich im Aktienbereich als Basisanlage eignen und bei den meisten Anbietern erhältlich sind, als auch empfehlenswerte Banksparpläne sowie die Top 25 Festgeldkonten mit Renditen für Anlagen zwischen einem und fünf Jahren.

 

Wichtig ist, dass das angesparte Geld nicht für Konsumzwecke gedacht ist oder für den Lebensunterhalt benötigt wird. Wer einen Aktien-ETF-Sparplan mindestens 20 Jahre laufen lässt, braucht sich um Risiken keine großen Gedanken zu machen. In der Vergangenheit gab es keinen 20-Jahres-Zeitraum, in dem ein Aktien-ETF-Sparplan auf weltweit streuende Fonds Verluste gemacht hätte.

 

Der Test Sparpläne findet sich in der August-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/sparplan und www.test.de/etf-sparplan abrufbar.


Zinsen für Immobilienkredite nahe ihrem Allzeittief

08/2020 - Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, die weiter bestehenden Unsicherheiten und die geldpolitischen Maßnahmen haben die Zinsen für Immobiliendarlehen im Sommer leicht sinken lassen. Laut Interhyp, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen, gaben die Zinsen von zehnjährigen Darlehen von rund 0,8 Prozent im Juli auf etwa 0,7 Prozent im August nach. Bei Bestanbietern sind noch niedrigere Konditionen möglich. Damit befinden sich die Konditionen nahe dem Allzeittief vom März 2020. "Wer jetzt einen Bau oder Kauf plant, profitiert bei der Finanzierung von einem im historischen Vergleich sehr niedrigen Niveau", sagt Mirjam Mohr, Interhyp-Vorständin für das Privatkundengeschäft. Das günstige Zinsniveau wird laut Interhyp vorerst bestehen bleiben. Das Interhyp Bauzins-Trendbarometer, eine aktuelle Umfrage unter den Experten von zehn deutschen Kreditinstituten, zeigt für die kommenden Wochen und Monate weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen für Häuslebauer und Immobilienkäufer. Nur drei von zehn befragten Kreditinstituten erwarten Steigerungen auf Jahres- oder Halbjahressicht.

 

Mehrwertsteuersenkung unterstützt rasche Erholung des Konsumklimas

08/2020 - Die deutschen Verbraucher lassen den Corona-Schock vom Frühjahr dieses Jahres mehr und mehr hinter sich. Während die Konjunkturerwartung erneut leicht ansteigt, legen sowohl Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung zum dritten Mal in Folge deutlich zu. Folglich prognostiziert GfK für August 2020 einen Wert von -0,3 Punkten und damit gut neun Punkte mehr als im Juli dieses Jahres (revidiert -9,4 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juli 2020.

 

Für das Konsumklima zeichnet sich gegenwärtig eine V-förmige Entwicklung ab: Auf einen scharfen Einbruch der Konsumstimmung folgt unmittelbar eine rasche Erholung. Das Konsumklima steigt zum dritten Mal in Folge spürbar an. Seit seinem Tiefpunkt im Frühjahr hat der Indikator damit fast 23 Punkte hinzugewonnen.

 

„Zum überaus positiven Verlauf trägt sicherlich die Reduzierung der Mehrwertsteuer bei. Die Verbraucher beabsichtigen offenbar, geplante größere Anschaffungen vorzuziehen, was dem Konsum in diesem Jahr hilft“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Ob das allerdings einen nachhaltigen Effekt hat, darf bezweifelt werden. Händler und Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass sich die Konsumneigung wieder zurückbilden könnte, wenn ab Januar 2021 der ursprüngliche Mehrwertsteuersatz gilt.“

 

10-Jahresvergleich: Immobilien schlagen DAX bei Wertanstieg um 43 Prozent

07/2020 - Immobilien gelten als sichere Wertanlage. Aktien-Depots haben hingegen den Ruf, höhere Rendite zu liefern. Eine Analyse von immowelt zeigt nun: In den vergangenen 10 Jahren war die mittlere Wertsteigerung bei Immobilien deutlich höher als bei den größten deutschen Wertpapieren. Der Kaufpreis von Eigentumswohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) ist deutschlandweit seit 2010 im Median um 126 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum wuchs der wichtigste deutsche Aktienindex DAX um 88 Prozent. Betrachtet man den Index als Maßstab für die mittlere Wertsteigerung bei Aktien im abgelaufenen Jahrzehnt, dann fallen in einer Beispielrechnung die Wertzuwächse von Eigentumswohnungen in Deutschland um 43 Prozent höher aus als bei Wertpapieren. Nicht in der Beispielrechnung berücksichtigt wurden unter anderem etwaige Transaktions- oder Instandhaltungskosten, Steuern sowie renditesteigernde Faktoren wie Dividenden oder Mieteinnahmen. Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den 14 größten Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im Jahr 2010 sowie in den ersten 5 Monaten des Jahres 2020 angebotenen Eigentumswohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Die Daten über die historische Entwicklung des DAX stammen von www.finanzen.net. Verglichen wurden der Mittelwert des Jahres 2010 (6190,9 Punkte) sowie der Mittelwert der Monate Januar bis Mai 2020 (11634,9 Punkte).


Vorsorgevollmacht - schriftliche Vereinbarung ist sinnvoll

07/2020 - Für einen nicht entscheidungsfähigen Patienten dürfen Angehörige oder Freunde keine medizinischen Entscheidungen treffen, auch nicht der Ehepartner oder die Kinder. Anders ist es, wenn es eine Vorsorgevollmacht gibt. Die Zeitschrift Finanztest beschreibt in ihrer Juli-Ausgabe ausführlich, was bei einer ?Vorsorgevollmacht zu beachten ist, was darüber hinaus für den Ernstfall geregelt sein sollte und was passiert, wenn Menschen nicht vorgesorgt haben. Außerdem erläutern die Experten, welche Besonderheiten es gibt, wenn Immobilien im Spiel sind. In einer Vorsorgevollmacht legt ein Mensch in gesunden Tagen fest, wer für ihn handeln darf, wenn er selbst vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr selbst entscheiden kann. Geht es um Konto, Vermögensverwaltung oder Immobilien, müssen Vollmachtgeber ihre Unterschrift beglaubigen oder beurkunden lassen oder eine Bankvollmacht erteilen. Die Beglaubigung einer Unterschrift ist günstig für 10 Euro bei einer örtlichen Betreuungsbehörde möglich. Die Stiftung Warentest bietet unter www.test.de/betreuungsbehoerde eine Suche nach der zuständigen Behörde an. Alternativ oder ergänzend zur Vorsorgevollmacht ist eine Betreuungsverfügung sinnvoll. Ein Mensch legt darin fest, wer im Notfall für ihn als Betreuer handeln soll. Sinnvoll ist es, Wünsche aufzulisten, zum Beispiel welches Pflegeheim erste Wahl ist oder wer sich um das Haustier kümmern soll. Der ausführliche Artikel Vorsorgevollmacht findet sich in der ?Juli-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter ?www.test.de/vorsorgevollmacht. Passende Formulare zum Ausfüllen bietet das ?Vorsorge-Set der Stiftung Warentest.


Urlaub und Corona: Krankenversicherungsschutz im Reisegepäck

07/2020 - Die Aufhebung der Reisewarnung für die meisten europäischen Länder lässt für viele Menschen den lang ersehnten Urlaub Wirklichkeit werden. Wichtig zu wissen ist, dass der Schutz der Krankenversicherung gewährleistet wird, auch bei Erkrankungen von COVID-19 im Ausland. Bei einem Urlaub in einem EU-Mitgliedsland und in den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie bei Zielen außerhalb Europas mit einem Abkommen (z.B. Tunesien) haben Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen. Dies gilt sogar in Ländern wie der Türkei mit aktueller Reisewarnung. Von diesen Reisezielen ebenso wie von Reisen auf Kreuzfahrtschiffen ist jedoch wegen eines erhöhten Corona-Ansteckungsrisikos dringend abzuraten. "Im Falle einer Erkrankung an COVID-19 im Urlaubsland gelten die gleichen Bedingungen wie auch bei anderen Erkrankungen. Mit der Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) bzw. des Auslandskrankenscheins übernehmen wir die Kosten für die medizinischen Dienste nach den Bedingungen des Gastlandes", so der Auslandsexperte Jörg Hermann von der Krankenkasse BKK·VBU. Der Anspruch beschränkt sich jedoch nur auf die medizinische Leistung vor Ort, so dass der Patient den Auslandsaufenthalt nicht abbrechen muss. Einen Krankenrücktransport sowie Mehrkosten für Behandlung und Medikamente können nur durch eine zusätzliche Auslandsversicherung abgedeckt werden. Der Leistungsumfang bei COVID-19-Erkrankungen muss individuell bei den Versicherungen angefragt werden. Sollten die Kosten der Behandlung im Ausland privat in Rechnung gestellt werden, besteht ein Anspruch auf Kostenerstattung durch die Krankenkassen nach deutschen Sätzen, sprich das, was die Behandlung im Inland gekostet hätte. "Wer jetzt auf Reisen geht, sollte gut vorbereitet sein. In jedem Fall raten wir Urlaubern, auf einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten auch für einen verlängerten Aufenthalt zu achten", empfiehlt Hermann.


BGH stärkt digitale Privatsphäre und fordert strengere Regeln für Cookies

06/2020 - Unternehmen, die auf ihrer Webseite Cookies zur Auswertung des Surf- und Nutzungsverhaltens seiner Kunden einsetzen, brauchen dafür eine vorherige informierte Einwilligung der Betroffenen. Eine bereits vorangekreuzte Einverständniserklärung reicht dafür nicht aus. Das hat am 28. Mai 2020 der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Verfahren des Verbraucherzentrale Bundesverfahrens (vzbv) gegen den Gewinnspielanbieter Planet49 entschieden. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), kommentiert: „Für Verbraucherinnen und Verbrauchern und ihre Privatsphäre ist das ein gutes Urteil. Es gibt Internetnutzern wieder mehr Entscheidungshoheit und Transparenz. Bisher war es hierzulande leider gängige Praxis, dass Webseitenanbieter die Interessen und Verhaltensweisen der Nutzer so lange nachverfolgen, analysieren und für ihre Gewinnabsichten vermarkten, bis diese aktiv widersprechen. Das ist nun nicht mehr möglich. Will ein Webseitenbetreiber seine Nutzer durchleuchten, muss er sie zuvor nun zumindest um Erlaubnis bitten. Diese Klarstellung war lange überfällig. Nun muss die EU dafür sorgen, dass es bei der aktuell verhandelten europäischen ePrivacy-Verordnung zu keiner Abschwächung dieser strengen Regelungen kommt. Den Vorschlag der kroatischen Ratspräsidentschaft, das Nutzer-Tracking künftig auf der Rechtsgrundlage einer Interessenabwägung zu erlauben, lehnen wir ab. Die Endgeräte der Verbraucher ermöglichen einen tiefen Einblick in komplexe emotionale, politische und soziale Aspekte einer Person. Diese Privatsphäre zu schützen, ist ein hohes Gut. Wir fordern deshalb enge und klare Regeln für Nutzer-Tracking zu Werbezwecken. Dies darf nur mit Einwilligung oder unter im Gesetz definierten, strengen Voraussetzungen erlaubt werden.“


Fonds im Krisencheck

06/2020 - Die meisten gemanagten Fonds bleiben während der Corona-Krise hinter ihrem Vergleichsindex zurück. Vor allem flexible Mischfonds enttäuschen. Auch die Fonds der Crash-Propheten haben kaum Erfolg. Das zeigt eine Auswertung von Finanztest. Die Experten haben analysiert, wie sich Aktien- und Mischfonds vor und in der Corona-Krise bewährten und dafür die Wertentwicklung von über 13.000 Fonds ausgewertet. Insgesamt waren von 570 weltweit anlegenden Aktienfonds zwar knapp die Hälfte im Crash besser als ihre Benchmark. Betrachtet man aber zusätzlich auch noch das Krisenvorjahr, dann gelang es nur einem Drittel der Fonds, ihre Benchmark zu schlagen. Besonders enttäuschend ist das Abschneiden der flexiblen Mischfonds, die Aktien und Anleihen kombinieren. Gerade diese Produkte haben alle Freiheiten, die Aktienquote zu erhöhen oder zu senken, um so Crashs abzumildern. Dennoch gelang es hier nur einem Drittel der Manager, im Crash ihre Benchmark zu schlagen. Bezieht man noch das Krisenvorjahr mit ein, liegt die Quote nur noch bei 14 Prozent. Nicht besser sieht es bei den Fonds der Crash-Propheten aus. Der Fonds von Dirk Müller etwa lag im April nur 2 Prozent über dem Niveau, das er vor fünf Jahren hatte und brachte damit nicht mehr als spärlich verzinstes Festgeld. Der Fonds von Krisenwarner Prof. Max Otte liegt in allen untersuchten Zeiträumen weit hinter dem Index. Die Zusammenfassung des Tests Fonds im Krisencheck findet sich in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest. Unter www.test.de/fonds ist im Fondsfinder der Stiftung Warentest zudem der Krisencheck für 13.000 Fonds abrufbar. Tagesaktuelle Marktentwicklungen zeigt Finanztest unter www.test.de/finanzmaerkte-corona.


Sommerurlaub 2020: Deutsche verzichten auf Urlaub oder verreisen im Land

06/2020 - Im Sommerurlaub wollen die meisten Deutschen im eigenen Land verreisen oder ganz zu Hause bleiben. Das ergab eine repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag des "ARD Extra". Die Ergebnisse im Einzelnen: Von denen, die bereits wissen, ob und wohin sie verreisen wollen, geben 50 Prozent der Deutschen an, dass sie nach dem jetzigen Stand dieses Jahr wohl zu Hause bleiben und die Koffer gar nicht packen werden. 31 Prozent planen für den Sommer eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands, 19 Prozent wollen ins europäische Ausland. 3 Prozent denken trotz der bestehenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr gegenwärtig darüber nach, ihren Urlaub außerhalb Europas zu verbringen. Mit 84 Prozent gibt das Gros der Bürgerinnen und Bürger an, bereits zu wissen, ob und wohin sie diesen Sommer in den Urlaub verreisen werden. 15 Prozent sind sich noch unsicher. Urlaubspläne abhängig von Lockerungsschritten Ob es bei diesen Plänen tatsächlich bleibt, wird maßgeblich von konkreten Lockerungsschritten für den Tourismus in Deutschland und Europa in den nächsten Wochen abhängen. Die aktuellen Pläne zumindest unterscheiden sich sehr deutlich vom Sommerreiseverhalten des vergangenen Jahres. Rückblickend geben nur 27 Prozent an, im Sommer 2019 gar nicht verreist zu sein. Zwar sind auch im letzten Sommer 30 Prozent innerhalb Deutschlands verreist. Zugleich waren jedoch 40 Prozent innerhalb Europas verreist, während sich 10 Prozent im vergangenen Sommer laut eigenen Angaben zu Reisezielen außerhalb Europas aufgemacht hatten. Mit den gegenüber 2019 veränderten Reiseplanungen gehen Veränderungen in den Budgetplanungen einher. Von denjenigen, die sich im Sommer auf die Reise machen wollen, plant etwa die Hälfte (47 Prozent) mit ähnlichen Ausgaben wie im vergangenen Sommer, 18 Prozent rechnen mit höheren Ausgaben. 31 Prozent schätzen dagegen, dass sie weniger Geld für den Urlaub ausgeben werden als 2019. Für die Umfrage wurden 1.018 Menschen (Bevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren) zwischen 18. und 19. Mai 2020 telefonisch befragt.


Konsumklima auf historischem Tiefstand

05/2020 - Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben die Verbraucherstimmung im April schwer getroffen. Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung befinden sich im freien Fall, während die Konjunkturerwartung nur moderate Einbußen hinnehmen muss. Folglich prognostiziert GfK für Mai 2020 einen historischen Tiefstand von -23,4 Punkten und damit 25,7 Punkte weniger als im April dieses Jahres (revidiert 2,3 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für April 2020.

Die Erhebung fand in den ersten zwei Aprilwochen statt. Zu diesem Zeitpunkt spürten die Verbraucher zum ersten Mal das volle Ausmaß der Eindämmungsmaßnahmen, wie Schul- und Geschäftsschließungen, Produktionsstilllegungen sowie Ausgangsbeschränkungen. Das Konsumklima befindet sich derzeit im freien Fall. Ein Wert von -23,4 Punkten ist bislang beispiellos in der Historie des Konsumklimas.

„Angesichts eines weitgehend eingefrorenen Wirtschaftslebens kommt dieser beispiellose Absturz des Konsumklimas nicht ganz überraschend. Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine unmittelbar bevorstehende, sehr schwere Rezession einstellen,“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Da sich nun abzeichnet, dass die Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 aus Vorsichtsgründen nur sehr langsam vor sich gehen werden, dürften auch dem Konsumklima in den nächsten Monaten schwierige Zeiten bevorstehen.“

Verschärft wird der Absturz des Konsumklimas zudem durch eine im April sprunghaft angestiegene Sparneigung. Das Thema Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) tritt angesichts der Verunsicherung durch die Coronakrise in den Hintergrund. Diese Verunsicherung hat dazu geführt, dass die Sparneigung im April um mehr als 51 Punkte angestiegen ist und das Konsumklima erheblich belastet.

 

Verbraucher erwarten Rezession

Die Verbraucher gehen davon aus, dass Deutschland durch die Coronakrise in eine schwere Rezession stürzen wird. Der Indikator Konjunkturerwartung büßt im April nur moderate 2,2 Zähler ein und rutscht auf -21,4 Punkte. Ein geringerer Wert wurde zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Mai 2009 mit -26 Zählern gemessen.

Produktionsstilllegungen, Schließung von Geschäften sowie der Gastronomie haben die wirtschaftliche Tätigkeit in weiten Bereichen nahezu zum Erliegen gebracht. Zudem behindern unterbrochene Lieferketten die Produktion in vielen Bereichen der Industrie. Sehr viele Betriebe machen von der Möglichkeit der Kurzarbeit Gebrauch, um Entlassungen zu vermeiden. Dennoch wird ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im weiteren Verlauf dieses Jahres nicht zu verhindern sein. Die dadurch aufkommende Angst vor Jobverlust belastet die Stimmung.

 

Einkommenserwartung im freien Fall

Während die Konjunkturaussichten aktuell angesichts der Schwere der Krise noch glimpflich davonkommen, muss die Einkommenserwartung einen beispiellosen Absturz hinnehmen. Der Indikator verliert gegenüber dem Vormonat 47,1 Zähler und fällt auf -19,3 Punkte. Noch niemals seit Beginn der monatlichen Erhebung zur Verbraucherstimmung im Jahre 1980 wurde ein höherer Monatsverlust der Einkommenserwartung gemessen.

Im Unterschied zu den Konjunkturaussichten ist die Fallhöhe der Einkommenserwartung wesentlich größer. Dies mag zumindest zu einem Teil die riesigen Verluste erklären. Der wesentliche Grund ist allerdings der Lockdown wesentlicher Bereiche der deutschen Wirtschaft. Viele Erwerbstätige erleiden bereits bzw. werden durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit spürbare Einkommenseinbußen erleiden. Dies betrifft neben den betroffenen Angestellten auch viele Selbständige im Handel und Dienstleistungsbereich, wie z.B. Frisöre, deren Einkünfte auf null gefallen sind.

 

Konsumneigung wird von Einkommenserwartung mitgerissen

Die Anschaffungsneigung gerät in den Strudel der abstürzenden Einkommensaussichten. Der Indikator verliert 36 Zähler und rutscht auf -4,6 Punkte ab. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht nun ein Minus von knapp 58 Punkten zu Buche.

Die Verunsicherung unter den Konsumenten ist derzeit riesig. Neben den bereits tatsächlich stattfindenden Einkommenseinbußen ist die Angst vor Jobverlust bei vielen Beschäftigten stark gestiegen. Dies ist ein beträchtliches Konsumhemmnis, das noch dadurch verschärft wird, dass aufgrund geschlossener Geschäfte häufig die Möglichkeit fehlt, Dinge einzukaufen.

Da die Befragung im Zeitraum vom 1. bis 14. April stattfand, waren den Befragten die ersten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen noch nicht bekannt.



Alternative Antriebsarten steigen in der Gunst der Autofahrer

05/2020 - Auch 2020 stehen alternativen Antriebe bei den Verbrauchern weiter hoch im Kurs, wenn es um den nächsten Autokauf geht. Das gilt insbesondere für den Hybridmotor, der im Vergleich zum Vorjahr um sechs auf nunmehr 23 Prozentpunkte zulegt. Das geht aus einer repräsentativen Autostudie durch das Umfrageinstitut Forsa im Auftrag der TARGOBANK hervor. Dafür wurden 1.000 Autofahrer in Deutschland befragt. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen Kriterien für den Kauf eines neuen Autos, die Einstellung zu alternativen Antriebsarten sowie die grundsätzlichen Ansichten zu aktuellen verkehrspolitischen Fragestellungen und Maßnahmen.Grundsätzlich halten 73 Prozent der Befragten Hybridfahrzeuge für einen guten Kompromiss aus geringer Umweltbelastung und Reichweite. Während der Benziner nur noch für 29 Prozent (Vorjahr 43 Prozent) der Befragten die erste Option ist, geht der Trend auch zulasten des Diesels, der von gerade noch 14 Prozent (Vorjahr 17 Prozent) präferiert wird. Auch der Wasserstoffantrieb kann - auf niedrigem Niveau - in der Gunst der Autofahrer um zwei auf sechs Prozentpunkte zulegen. Den reinen Stromer würden aktuell acht Prozent der Befragten wählen (Vorjahr 6 Prozent). Allerdings halten nur noch 49 Prozent der Befragten E-Fahrzeuge für umweltfreundlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor - 2019 sagten das noch 57 Prozent. Insgesamt plant mehr als jeder dritte Fahrer eines Verbrennungsmotors den Umstieg auf einen alternativen Antrieb - 37 Prozent.

"Wie bereits in den vergangenen Jahren sehen wir einen steigenden Trend hin zu emissionsärmeren Antrieben. Da diese Alternativen zum Verbrenner in der Regel bei der Anschaffung kostenintensiver und noch nicht in relevanter Anzahl auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu finden sind, rechnen wir mit zunehmenden Finanzierungsanfragen", sagt Markus Häring, Chef der TARGOBANK Autobank. Damit dieser Trend stabil bleibt, sei aber auch die Politik gefordert. Bund, Länder und Kommunen müssten stärker in eine flächendeckende Ladeinfrastruktur investieren. "Aktuell ist das Angebot an Strom- oder Wasserstoffzapfsäulen schlicht nicht konkurrenzfähig", so Häring.

 

Innerstädtisches Tempolimit und Umweltspuren werden kontrovers gesehen

Die Verkehrsbelastung in den Innenstädten wurde in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert - insbesondere vor dem Hintergrund verminderter Luftqualität rückte das Thema Gesundheitsschutz verstärkt ins Blickfeld politischer Maßnahmen. Der Aussage "In Innenstädten sollte ein generelles Tempolimit von 30 km/h gelten" stimmen 41 Prozent zu, 58 Prozent nicht. Wenn dadurch allerdings Fahrverbote aufgrund zu hoher Emissionswerte verhindert werden könnten, würden es zwei Drittel der Befragten befürworten. Bei den Umweltspuren, die vielerorts als Lösungsversuch eingeführt wurden, sind sich die Befragten bundesweit uneins: Jeweils etwa die Hälfte halten sie für sinnvoll bzw. nicht sinnvoll. In Düsseldorf, wo diese Maßnahme seit Einführung immer wieder heftig diskutiert wurde, halten zwei Drittel Umweltspuren für nicht sinnvoll.

 

Akzeptanz für Tempolimit steigt - höhere Bußgelder für Raser gefordert

Ähnlich kontrovers wurde in den vergangenen Jahren das Thema Tempolimit auf Autobahnen diskutiert. Deutlich wird, dass die Akzeptanz für den deutschen Sonderweg sinkt. Mittlerweile wird von 62 Prozent der Befragten ein generelles Tempolimit befürwortet, 2019 waren es noch 57 Prozent. Im Durchschnitt halten Befürworter 130 km/h als Tempohöchstgrenze für angemessen. Damit einher geht der Wunsch der Befragten, die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen anzuheben: 77 Prozent sprechen sich dafür aus.

 

Auto bleibt für den Weg zur Arbeit unverzichtbar

Das Auto ist für viele Menschen aber nicht nur reines Statussymbol, sondern unverzichtbares Verkehrsmittel, um zu Arbeit zu gelangen. Drei von fünf Erwerbstätigen fahren laut Befragung immer mit dem Auto zur Arbeit, jeder Fünfte gelegentlich, nur 18 Prozent können gänzlich darauf verzichten. Entsprechend verbreitet sind die Stauerfahrungen. Jeder Vierte steht mindestens einmal wöchentlich im Stau. Im Schnitt verbringen die deutschen Autofahrer an einem Stautag 13,4 Minuten stehend.

Als Alternative zum Auto gelten so genannte Job-Bikes. Diese bieten aktuell allerdings nur 15 Prozent der Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern an. Während rund 50 Prozent der Befragten von Job-Bikes bereits gehört haben, sind sie bei 34 Prozent gänzlich unbekannt.

 

E-Roller - Gewinn für die innerstädtische Mobilität?

Im vergangenen Jahr ergänzte der E-Roller die Sharing-Palette in zahlreichen deutschen Großstädten. Obwohl sich mittlerweile mehrere Anbieter in dieser Mobilitätsnische tummeln, konnte das Angebot bei den Befragten noch keine nachhaltige Wirkung erzielen - eher im Gegenteil: Nur zwei Prozent nutzen sie öfter, fast 90 Prozent standen noch nie auf einem E-Roller. Auch die Imagewerte fallen gemischt aus: Zwar sehen 44 Prozent der Befragten die Roller generell als nützliches Fortbewegungsmittel und 28 Prozent als Möglichkeit, den innerstädtischen Autoverkehr zu reduzieren. Gleichzeitig gelten sie vielen als gefährlich (77 Prozent), werden als störend für das Stadtbild (67 Prozent) oder grundsätzlich als nervig wahrgenommen (61 Prozent).


 

Immobilienfinanzierung: Anschlusskredite gibt es schon ab 0,26 Prozent

05/2020 - Das Coronavirus bringt auch Unsicherheit für Immobilienbesitzer. Wer jetzt einen Anschlusskredit abschließt, sichert sich Topkonditionen für die Zukunft und kann ruhiger schlafen. Viele Immobilienbesitzer zahlen für ihr aktuelles Darlehen noch 3 bis 5 Prozent im Jahr, bei einem Anschlusskredit sind einige Banken inzwischen mit 0,5 Prozent zufrieden, das günstigste Angebot liegt im Modellfall mit 10-jähriger Zinsbindung sogar bei nur 0,26 Prozent. Das zeigt eine Untersuchung von Finanztest.

Die besten Angebote bekommt, wer seinen aktuellen Kredit innerhalb eines Jahres ablösen kann. Die meisten Banken reservieren Konditionen sechs Monate lang im Voraus ohne Zusatzkosten, einige sogar bis zu zwölf Monate.

Doch auch wer erst später aus seiner Zinsbindung herauskommt, kann sich jetzt niedrige Zinsen sichern und so Planungssicherheit verschaffen. Bis zu fünf Jahre im Voraus reservieren Banken jetzige Zinsen, allerdings gegen einen Zinsaufschlag. Dieser lag je nach Modellfall bei 0,2 bis 0,6 Prozentpunkten. Je länger die Vorlaufzeit, desto höher.

Vergleichen lohnt sich in jedem Fall. Die Tester stießen auf Unterschiede zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter von bis zu 16.741 Euro. Kunden sollten sich nicht nur an die Hausbank wenden, sondern sich auch bei der Konkurrenz umschauen. Schon wenn die Zinsen dort um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte niedriger sind, lohnt es sich laut Finanztest meist umzuschulden.

Der Test Anschlusskredite findet sich in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/anschlusskredite abrufbar.


 

Lebens- und Rentenversicherung: Garantieleistungen werden beschnitten

04/2020 - Angesichts niedriger Zinsen kann eine Reihe von Versicherungsunternehmen die Garantieverpflichtungen für die Kunden nicht mehr erfüllen. 31 von 79 von der Zeitschrift Finanztest überprüften Lebensversicherungen schafften dies in mindestens zwei der drei Jahre von 2016 bis 2018 nicht. Die Folge: Die Unternehmen müssen Geld aus anderen Quellen zuschießen, um ihre Garantieverpflichtung zu erfüllen und schmälern damit die Überschussbeteiligung der Kunden erheblich.

Doch nicht nur die Überschussbeteiligungen stehen bei vielen Versicherungen auf der Kippe. Einige versuchen zudem, die Garantieleistung zu beschneiden. Bei Verträgen mit einer Dynamik soll dann für die Erhöhungsbeiträge ein deutlich niedriger Garantiezins gelten als bei Vertragsabschluss. Betroffen hiervon sind Kunden mit privaten Renten- und Riester-Versicherungen der Debeka. Finanztest rät, sich gegen die niedrige Verzinsung ihrer Erhöhungsbeiträge zu wehren, wenn dies nicht eindeutig im Vertrag geregelt ist. Andernfalls bekommen Kunden später eine geringere Rente als angenommen. Zehntausende Kunden der Debeka sind davon betroffen.

Versicherer tun sich schwer, die Garantieverpflichtungen für die Kunden zu erfüllen. Denn in ihren Beständen gibt es noch Millionen Verträge mit Garantiezinsen von 2,25 Prozent, 2,75 Prozent oder mehr. Um die Verpflichtungen zu stemmen, müssen sie als Absicherung eine Zinszusatzreserve aufbauen. Das kostet Milliarden und schmälert bisher die laufenden Überschussbeteiligungen. Weil ihnen die Garantien zu teuer und zu einem Risiko für sie geworden sind, sind viele Versicherer ganz aus dem Geschäft der klassischen Lebens- und Rentenversicherung ausgestiegen. Auch von der klassischen Riester-Rente mit maximalem Garantiezins haben sich viele Anbieter verabschiedet.

Der Test Lebens- und Rentenversicherung findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/lebens-rentenversicherung abrufbar

Arbeitskosten in der EU

04/2020 - Im Jahr 2019 lagen die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde in der gesamten Wirtschaft (ohne Landwirtschaft und öffentliche Verwaltung) in der Europäischen Union der 27 Mitgliedstaaten (EU) schätzungsweise bei 27,7EUR und im Euroraum bei 31,4EUR. Hinter diesen Durchschnittswerten verbergen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Die niedrigsten Arbeitskosten pro Stunde wurden in Bulgarien (6,0EUR), Rumänien (7,7EUR), Litauen (9,4EUR), Ungarn und Lettland (je 9,9EUR) verzeichnet und die höchsten in Dänemark (44,7EUR), Luxemburg (41,6EUR), Belgien (40,5EUR), Frankreich (36,6EUR), den Niederlanden (36,4EUR), Schweden (36,3EUR), Deutschland (35,6EUR) und Österreich (34,7EUR). Die niedrigste Arbeitskosten wurden in Bulgarien und Rumänien verzeichnet, die höchsten in Dänemark, Luxemburg und Belgien.

In der Industrie lagen die Arbeitskosten pro Stunde bei 28,1EUR in der EU und 34,1EUR im Euroraum, im Baugewerbe bei 24,8EUR bzw. 28,0EUR und im Dienstleistungssektor bei 27,5EUR bzw. 30,4EUR. In der hauptsächlich nicht-gewerblichen Wirtschaft (ohne öffentliche Verwaltung) lagen die Arbeitskosten pro Stunde in der EU bei 28,4EUR und im Euroraum bei 31,8EUR.

Arbeitskosten setzen sich aus Löhnen und Gehältern sowie Lohnnebenkosten, wie bspw. den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber, zusammen. Der Anteil der Lohnnebenkosten an den gesamten Arbeitskosten in der gesamten Wirtschaft betrug in der EU 25,1% und im Euroraum 25,6% und reichte dabei von 5,3% in Litauen bis 32,9% in Frankreich.

Diese Schätzungen werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, herausgegeben. Die Daten beziehen sich auf Unternehmen mit 10 oder mehr Beschäftigten und basieren auf den Daten der Arbeitskostenerhebung 2016, die unter Verwendung des Arbeitskostenindex extrapoliert wurden.

Stärkster Anstieg der Arbeitskosten pro Stunde in Rumänien, geringster Anstieg in Malta:

Zwischen 2018 und 2019 stiegen die Arbeitskosten pro Stunde für die gesamte Wirtschaft, ausgedrückt in Euro, in der EU um 2,9% und im Euroraum um 2,5%. Im Euroraum wurden die höchsten Anstiege in der Slowakei (+7,8%), in Estland (+7,7%) und Lettland (+7,4%) verzeichnet. Die geringsten Zunahmen wurden in Malta (+1,0%) und Finnland (+1,4%) registriert. Beim zeitlichen Vergleich von Schätzungen der Arbeitskosten sollten in Landeswährung ausgedrückte Niveaus herangezogen werden, um den Einfluss von Wechselkursschwankungen auszuschließen. Für die Mitgliedstaaten, die im Jahr 2019 nicht zum Euroraum gehörten, wurden die höchsten Anstiege der Arbeitskosten pro Stunde in Landeswährung für die gesamte Wirtschaft in Rumänien (+13,1%) und Bulgarien (+11,7%) registriert. Die geringsten Zunahmen wurden in Dänemark (+1,9%) und Schweden (+2,2%) registriert.

Die gesamten Arbeitskosten umfassen Löhne und Gehälter sowie Lohnnebenkosten abzüglich Zuschüssen. Kosten für die berufliche (Weiter-) Bildung oder andere Ausgaben, wie bspw. Einstellungskosten, Ausgaben für Arbeitskleidung, usw., sind nicht enthalten. Löhne und Gehälter beinhalten Direktvergütungen, Prämien und Zulagen, die vom Arbeitgeber als Entgelt für geleistete Arbeit in Form von Geld- oder Sachleistungen an den Arbeitnehmer erbracht werden, vermögenswirksame Leistungen, Vergütung für nicht gearbeitete Tage sowie Vergütung in Form von Sachleistungen wie Verpflegung und Getränke, Benzin, Firmenwagen usw. Lohnnebenkosten umfassen die Sozialbeiträge der Arbeitgeber zuzüglich der mit der Beschäftigung verbundenen Steuern, die als Arbeitskosten gelten, abzüglich der Zuschüsse, die direkte Lohn- oder Gehaltszahlungen des Arbeitgebers teilweise oder ganz ausgleichen sollen.

 

Kraftstoffpreise sinken weiter

04/2020 - Benzin war in Deutschland im Monatsdurchschnitt so günstig wie zuletzt im August 2016. Wie die monatliche Marktauswertung des ADAC zeigt, kostete ein Liter Super E10 im Bundesmittel 1,283 Euro und damit zehn Cent weniger als im Februar. Diesel verbilligte sich um 8,5 Cent auf 1,154 Euro je Liter.

Am teuersten war Super E10 mit durchschnittlich 1,359 Euro je Liter am 2. März, Diesel erreichte seinen Monatshöchststand mit 1,207 Euro am 5. März. Am wenigsten mussten Autofahrer zum Monatsende bezahlen: Am 31. März kostete ein Liter Super E10 1,217 Euro und ein Liter Diesel 1,115 Euro. Gegenüber dem bislang teuersten Tag des laufenden Jahres, dem 1. Januar bei Super E10 mit 1,439 Euro bzw. dem 7. Januar bei Diesel mit 1,336 Euro, bedeutet dies einen Preisunterschied von über 22 Cent.

Im Vergleich zur Vorwoche verbilligte sich Super E10 um 1,7 Cent auf durchschnittlich 1,217 Euro pro Liter, der Liter Diesel vergünstigte sich um 0,9 Cent auf 1,115 Euro.

Der Kraftstoffmarkt steht damit weiterhin im Zeichen der Corona-Krise. Die Angst vor einer globalen Rezession und die zurückgehende Nachfrage sowie das große Ölangebot am Weltmarkt lassen die Rohölnotierungen weiter sinken. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell knapp 23 Dollar, das sind noch einmal vier Dollar weniger als vor einer Woche. Rohöl ist damit so billig wie zuletzt im Jahr 2002.

Angesichts der niedrigen Notierungen besteht Spielraum für einen weiteren Rückgang der Spritpreise. Auch wenn die Rohölnotierungen die Kraftstoffpreise wegen der Energiesteuer und anderer Komponenten nicht allein beeinflussen, ist die Vergünstigung am Rohölmarkt noch nicht in vollem Umfang bei den Verbrauchern angekommen. Dies geschieht erst dann, wenn der Wettbewerbsdruck auf dem Kraftstoffmarkt dies erzwingt.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt zudem den Wettbewerb zwischen den Anbietern. So tankt man nach einer aktuellen Auswertung des ADAC in der Regel am günstigsten zwischen 18 und 22 Uhr. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App "ADAC Spritpreise". Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

 

Anti-Viren-Programme im Test

03/2020 - Viren, Hacker, tückische Links – dagegen helfen die meisten der Antivirenprogramme im Test der Stiftung Warentest gut. Einige der besten sind sogar kostenlos, darunter einer der zwei Gewinner. Das auf Windows-Rechnern vorinstallierte Schutzprogramm Microsoft Defender bietet dagegen nur einen Basisschutz.

Die Tester haben über 40.000 Schadprogramme, bösartige Webseiten und Phishingmails zusammengetragen, um damit 19 Schutzprogramme für Windows- und 9 für Apple-Rechner zu prüfen. Darunter auch neue Bedrohungen, die zum Testzeitpunkt oft erst wenige Stunden im Netz kursierten.

Erfreulicherweise wehrten die Sicherheitsprogramme die meisten Angreifer ab. Erkennungsraten von über 90 Prozent sind bei topaktuellen Angriffen ein respektables Ergebnis. Es bedeutet jedoch auch: 100-prozentigen Schutz bietet kein Programm. Die Tester geben daher auch Tipps für sicheres Surfen.

Mac-User sind durch ihr Betriebssystem besser vor Viren geschützt als Windows-Nutzer. Vor Datenklau durch Phishing-Angriffe sind sie jedoch nicht gefeit. Insbesondere die Zugangsdaten für Apple Store und Apple ID sind bei Angreifern beliebt. Hier empfiehlt sich eine Sicherheitssoftware mit gutem Phishing-Schutz, am besten in Kombination mit dem Safari-Browser, der im Test bereits 80 Prozent der Phishing-Versuche erkannte.

Grundsätzlich gilt: Bezahlprogramme sind nicht besser als kostenlose Software, sie verzichten aber auf die oft nervige Eigenwerbung.

Der vollständige Test Antivirenprogramme findet sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/internetsicherheit.


Goldkauf: Vorsicht vor unseriösen Anbietern und hohen Kosten

03/2020 - Barren, Münzen oder Wertpapier – Gold ist bei Anlegern begehrter denn je. Doch unseriöse Anbieter und hohe Nebenkosten können die Freude am Edelmetall erheblich trüben. Finanztest hat jetzt detailliert untersucht, welche Produkte sich für welchen Anlagezweck eignen, welche Risiken es gibt und wie viel Anleger bei großen Banken und Goldhändlern für das Edelmetall zahlen müssen.

Gold erwirtschaftet keine Zinsen, verursacht Kosten und der Wert unterliegt großen Schwankungen. Als Beimischung mit einem Depotanteil von 5 bis 10 Prozent hält Finanztest Gold dennoch für akzeptabel. Die oft gegenläufige Tendenz zum Aktienmarkt macht Gold interessant und das Depot stabiler.

Die Kosten beim Kauf können jedoch unverhältnismäßig hoch sein, besonders bei kleinen Einheiten. Während für einen 1-Kilogramm-Barren im Durchschnitt wenig mehr als 1 Prozent Aufschlag zum aktuellen Börsenpreis zu zahlen ist, sind es bei einem 1-Gramm-Barren oft mehr als 20 Prozent. Für eine Feinunze der beliebten Krügerrand-Münze ermittelten die Tester im Schnitt 4 Prozent Aufschlag.

Eine praktische und preiswerte Alternative zu echtem Gold sind Wertpapiere auf Gold, so genannte Gold-ETC. Sie sind gut handelbar und die jährlichen Kosten liegen bei zahlreichen ETC unter 0,3 Prozent. Allerdings ist Vorsicht geboten, bei der Recherche stieß Finanztest auf viele schwarze Schafe und Schwindelshops, die bei Suchmaschinen mitunter unter den ersten drei Treffern auftauchen.

Untersucht hat Finanztest auch Gold-Sparpläne. Hier sind unseriöse Anbieter und hohe Kosten häufig ein Problem. Bei Sparplänen auf physisches Gold gibt es nur wenige Anbieter mit moderaten Gebühren. Sehr günstig kommen Anleger in der Regel bei ETC-Sparplänen weg.

Die vollständige Untersuchung findet sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/gold-wertpapiere abrufbar.


Kosten für Medikamente von der Steuer absetzen: So funktioniert's

03/2020 - Kopfschmerztabletten, Nasenspray oder Hustensaft: Eine Hausapotheke hilft schnell bei kleineren Alltagskrankheiten. Die Kosten dafür lassen sich von der Steuer absetzen, wenn der Arzt die Medikamente verschrieben hat. Worauf man dabei achten sollte und wie die aktuelle Rechtsprechung dazu aussieht, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) in einer Pressemitteilung.

Entscheidend ist danach, dass das ärztliche Rezept vor dem Kauf ausgestellt wurde. Seit 2009 sei diese Rechtsprechung gültig, das Finanzgericht Rheinland-Pfalz bestätigte das sogar in einem Urteil (Aktenzeichen 5 K 2157/12).

Bis 2009 sei es möglich gewesen, ein Medikament erst in der Apotheke zu kaufen, danach zum Arzt zu gehen und sich ein Rezept ausstellen zu lassen, und anschließend die Kosten für das Medikament von der Steuer abzusetzen. Das gehe heute - über zehn Jahre später - nicht mehr.

Heute gelte Folgendes: Erst zum Arzt, dann Medikament kaufen und anschließend die Kosten, die von der Krankenkasse nicht gezahlt wurden, in die Steuererklärung eintragen.

Außerdem müssten die Medikamente der Heilung oder Linderung einer Krankheit dienen. Ausgaben für eine Krankheitsvorbeugung könnten dagegen in der Regel nicht abgesetzt werden. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt seien, zählten die Kosten für Medikamente zu den sogenannten außergewöhnlichen Belastungen. Dafür gäbe es in der Steuererklärung seit 2019 eine eigene Anlage.


Anleger bevorzugen nachhaltige Geldanlagen

02/2020 - Nicht nur das Weltwirtschaftsforum in Davos setzte zu seinem 50. Geburtstag ein Signal für den Klimaschutz. Auch Wirtschaft und Finanzbranche öffnen sich bereits seit Längerem für den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit von Geldanlagen - ganz im Einklang mit dem Aktionsplan der EU-Kommission für einen "Green Deal". Aber wie sollen Anleger bei der Auswahl ihres Portfolios zwischen "klimafreundlich" und "klimaschädlich" unterscheiden? Und welche Renditen können sie bei grünen Anlagen erwarten? Neue Erkenntnisse zu den Einstellungen der Deutschen liefert eine aktuelle repräsentative forsa-Studie für die Santander Consumer Bank AG. Anfang November 2019 wurden dazu 1.520 Frauen und Männer ab 18 Jahren befragt.

Demnach will fast die Hälfte der Deutschen (47 %) in Zukunft bewusst darauf achten, nur noch in Geldanlagen zu investieren, die dem Klima und der Umwelt nicht schaden. Für eine geringere Zahl der Befragten (42 %) ist die Rendite wichtiger als Erwägungen zur Nachhaltigkeit einer Anlage. Anlegerinnen zeigen sich deutlich klimafreundlicher als Männer: 54 Prozent der Frauen wollen laut Umfrage künftig Geldanlagen priorisieren, die klima- und umweltverträglich sind. Unter den Männern sind es lediglich 40 Prozent, während für 52 Prozent die Rendite nach wie vor den Ausschlag gibt. Nur 31 Prozent der Frauen sehen das genauso.


Passwort-Manager: Guten Schutz gibt es auch umsonst

02/2020 - Onlinebanking, Ebay-Konto oder Fitnessapp – Internetnutzer müssen sich viele Kennwörter merken. Denn jedes Portal braucht sein eigenes. Ein Passwort-Manager generiert und verwaltet alle Passwörter und macht es Hackern damit schwer, die Konten zu knacken. Für die Februar-Ausgabe ihrer Zeitschrift test hat die Stiftung Warentest 14 Passwort-Manager untersucht. Das Ergebnis: Eines der besten gibt es sogar in einer Gratisversion.

Lang, sinnlos und einprägsam sollte das perfekte Passwort sein. Passwort-Manager erstellen kaum knackbare Kennwörter und sorgen zugleich dafür, dass Nutzer sich nur noch eins merken müssen: das Masterpasswort, um das Programm zu öffnen. Zudem speichern sie alle Passwörter des Nutzers und geben diese eigenständig auf Internetportalen ein, sodass der Nutzer sie sich nicht mehr merken muss.

Alle geprüften Programme lassen sich kostenlos verwenden. Die Gratisvarianten sind aber oft mit Einschränkungen verbunden. Manche erlauben etwa nur den Gebrauch auf einem einzigen Gerät. Wer die Manager vollumfänglich und zum Beispiel auf Computer und Handy zugleich nutzen möchte, braucht meist ein Abo und zahlt dann zwischen 10 und 40 Euro pro Jahr.

Der Test Passwort-Manager findet sich in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/passwortmanager abrufbar.


Verkehrte Welt bei den Bauzinsen

02/2020 - Verrückte Zinszeiten. Hieß es früher immer: Je länger die Laufzeit, desto teurer das Baugeld, ist es nun bei einigen Anbietern genau umgekehrt.

Die Mehrzahl der Banken und Sparkassen hält zwar immer noch an den bisherigen Gepflogenheiten in der Baufinanzierung fest. So zahlen Kunden, die über sehr viele Jahre einen sicheren, fest vereinbarten Zins haben wollen, dafür gewöhnlich deutlich mehr als für eine kurzfristige Zinsbindung. Bei der ING beträgt der Nominalzins etwa bei fünf Jahren Laufzeit 0,68 Prozent pro Jahr. Für zehn Jahre werden 0,79 Prozent pro Jahr fällig und bei 15 Jahren sind es 1,01 Prozent. Eine ähnliche Staffel gibt es bei der Degussa Bank, der Debeka und den Sparda-Banken.

Einige Schwergewichte im Baufinanzierungs-Geschäft scheren aber nun aus und bieten Langläufer günstiger als Kurzläufer an. Bei der Commerzbank und der Postbank zahlen Kunden weniger, wenn sie sich zehn statt fünf Jahre binden. Bei Allianz und Deutscher Bank bekommen Interessenten nicht nur zehnjährige, sondern sogar 15-jährige Darlehen günstiger als fünfjährige. Die Allianz nimmt aktuell nominal 0,73 Prozent pro Jahr bei fünf, 0,65 Prozent bei zehn und 0,72 Prozent bei einer Zinsbindung über 15 Jahre.

Auch diese auf den ersten Blick seltsame Entwicklung hängt natürlich mit der Niedrigzinsphase zusammen und ist aus Verbrauchersicht wirklich zu begrüßen. "Häuslebauer sollten sich ohnehin lieber langfristig die Minizinsen sichern", sagt Horst Biallo, Gründer des gleichnamigen Verbraucherportals. Die betriebswirtschaftliche Erklärung gibt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft bei der Deutschen Bank. Die mit der Gewährung eines Baudarlehens verbundenen Kosten würden anteilig auf die Dauer der Zinsfestschreibung in den Darlehenszins einkalkuliert werden. Und diese Kosten ließen sich natürlich besser auf viele Jahre verteilen als auf wenige.


Bausparkassen im Test

01/2020 - Bausparkassen beraten zu oft am Kunden vorbei. Sie empfehlen ungünstige Tarife, überhöhte Bausparsummen, extreme Tilgungsbeiträge oder Sparpläne mit zu hohem Sparguthaben. Die Beratungsfehler können für die Kunden sehr teuer werden. Nur eine von 16 Bausparkassen überzeugte im Test, neun sind ausreichend, drei nur mangelhaft. „Das Ergebnis ist für die Branche ein Armutszeugnis“, sagte der Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest, Heinz Landwehr, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.

Ein Bausparvertrag ist eine prima Idee für Sparer, die in einigen Jahren eine Immobilie kaufen oder renovieren möchten und sich jetzt die niedrigen Zinsen langfristig sichern wollen. Doch der Vertrag muss gut auf den Kunden abgestimmt sein. Mehrere Dutzend Tester haben im Auftrag der Stiftung Warentest je sieben Gespräche zu drei verschiedenen Szenarien geführt. Die LBS Schleswig-Holstein-Hamburg erzielte als einzige gerade noch ein Gut, die Alte Leipziger schnitt als beste bundesweite Bausparkasse mit Befriedigend ab. Die meisten kamen über ein Ausreichend nicht hinaus. Drei fielen mit Mangelhaft durch.

Der gravierendste Fehler: Viele Bausparkassen empfahlen zu hohe Bausparsummen. Für den Kauf einer Immobilie in zehn Jahren mit 400 Euro Sparrate im Monat hätten meist 100 000 bis 120 000 Euro gereicht. Viele Berater empfahlen 150 000 bis 300 000 Euro. Durch überhöhte Bausparsummen kam die Zuteilung bei jedem vierten Angebot im Test mindestens ein Jahr zu spät. Einige Verträge hätten sogar erst 5 bis 15 Jahre nach dem Wunschtermin zugeteilt werden können. Kunden müssen dann ihre Pläne ändern oder bis zur Zuteilung einen Zwischenkredit aufnehmen, und das kann teuer werden.

Kunden sollten sich laut Finanztest nicht nur auf die Bausparkassen verlassen. Neutrale Beratung bieten die Verbraucherzentralen. Der Bausparrechner der Stiftung Warentest vergleicht die Tarife aller deutschen Bausparkassen nach individuellen Vorgaben und zeigt, welche Bausparkasse und Tarife für den Kunden optimal sind, zu finden unter www.test.de/bausparrechner. Es kostet 7,50 Euro, ihn zu nutzen.

Der Test Beratung der Bausparkassen findet sich in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/bausparberatung abrufbar.


Frauen erzielen 2019 höhere Rendite als Männer

01/2020 - Frauen hatten 2019 ein besseres Händchen bei Anlageentscheidungen als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der ING Deutschland. Für die Analyse wurde die durchschnittliche Rendite der Wertpapierdepots von über 806.000 Kunden im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 29. November 2019 anonymisiert ausgewertet. 23,5 Prozent Rendite haben die berücksichtigten Wertpapierdepots im Untersuchungszeitraum erzielt, so die Ergebnisse der anonymisierten Auswertung.

Weibliche Privatanleger waren mit durchschnittlich 24,11 Prozent Rendite erfolgreicher als männliche mit 23,5 Prozent. Sie weisen für den Untersuchungszeitraum einen vergleichsweise hohen Anteil von Fonds in ihren Depots auf. Dieser beträgt 25 Prozent, bei Männern sind es hingegen nur 18 Prozent.

Männer setzten dafür stärker auf Einzelwerte. Der Aktienanteil in ihren Depots liegt bei rund 60 Prozent, bei den Frauen dagegen bei 53,47 Prozent. Bei beiden Geschlechtern bilden Aktien damit im Untersuchungszeitraum die absolute Mehrheit im Depot.

"Junge" Privatanleger erfolgreicher als "ältere"

Die Altersgruppe der 26 bis 35-jährigen legte am erfolgreichsten an. Im Durchschnitt erzielte diese Gruppe 26 Prozent Rendite. Doch auch die in Relation am wenigsten erfolgreiche Altersgruppe der über 75-jährigen konnte im Untersuchungszeitraum 22 Prozent Wertzuwachs im Depot verzeichnen.

Dabei waren ETFs 2019 vor allem bei den jungen Privatanlegern beliebt: Mit über 23 Prozent haben die unter 18-jährigen den zweithöchsten Anteil an ETFs im Portfolio. Übertroffen wird dies nur doch von den 26 bis 35-jährigen mit 23,65 Prozent. Ältere Anleger scheinen hingegen "klassische" Anlageklassen zu bevorzugen. Sie haben im Vergleich zu den anderen Altersgruppen die größten Anteile sowohl an Aktien als auch an Anleihen im Depot.


IT-Security-Trends 2020

01/2020 - Mittelständische Unternehmen geraten noch stärker als bisher ins Visier von Cyberkriminellen. Gerade in der Supply-Chain mit Konzernen sind sie häufig das schwächste Glied der Kette. Das werden die Angreifer 2020 noch stärker als bisher ausnutzen und gezielt angreifen - auch mit neuen Methoden wie etwa Living-off-the-Land-Attacken. Und die Zahl der schädlichen Apps für Smartphones und Tablets erreicht 2019 einen neuen Rekord - Tendenz für 2020: steigend. Welche Gefahren im Jahr 2020 Unternehmen und Privatpersonen bedrohen, verraten die Experten von G DATA CyberDefense.

"Nachdem Kriminelle bei neuer Malware seit Jahren vor allem auf Masse gesetzt haben, sehen wir aktuell immer komplexer werdende Angriffsmuster, die nur mit einer intelligenten Verhaltensanalyse abgewehrt werden können", sagt Andreas Lüning, Mitgründer und Vorstand von G DATA CyberDefense. Denn bei sogenannten Living-off-the-Land-Angriffen werden Angriffe mit Standard-Apps durchgeführt, die auf jedem Windows-System vorinstalliert sind. Lüning mahnt aber, nicht nur die technischen Gefahren zu sehen. "Die Zukunft ist bereits jetzt schon digital. IT-Sicherheit wird zu einem wesentlicher Erfolgsfaktor werden. Unternehmen müssen lernen, das zu verstehen, und dürfen dabei nicht den Menschen vergessen, der sich Gefahren bewusst sein muss. IT-Sicherheit beginnt nicht beim Endpoint, sondern bei uns Menschen, egal ob Geschäftsführer oder Mitarbeiter."

Neue Angriffsmuster

Ein Trend im kommenden Jahr sind nach Meinung der Security-Experten von G DATA CyberDefense daher komplexer werdende Angriffsmuster. Bei sogenannten "Living-off-the-land-Attacken" kombinieren Cyberkriminelle Windows-Bordmittel wie Powershell und Bitlocker mit einem bösartigen Skript, um damit einen Angriff ausführen. Sie spionieren dann beispielsweise Passwörter aus oder verschlüsseln wichtige Daten, um Lösegeld zu erpressen. Um derartige Angriffsmuster überhaupt zu erkennen, braucht es eine Verhaltensüberwachung, die auch komplexe Prozesse zuverlässig als schadhaft identifizieren kann.

Das Geschäftsmodell Cybercrime floriert und wird weiterentwickelt: In Zukunft setzen die kriminellen Kollektive verstärkt auf Arbeitsteilung und Professionalisierung. Heißt: Während eine Gruppe sich darauf spezialisiert, in Unternehmensnetzwerke einzudringen, konzentriert sich ein anderes Team darauf, Daten aus dem Netzwerk zu exfiltrieren oder zu verschlüsseln. Die einen verdienen Geld, indem sie die Zugänge verkaufen, die anderen mit Lösegeldforderungen.

Der Mittelstand im Fadenkreuz

Der Mittelstand rückt noch stärker in den Fokus der Cyberkriminellen. Denn es fällt Kriminellen leichter, in deren Netzwerk einzudringen, weil die IT-Sicherheit immer wieder Lücken aufweist. Dabei sind sie häufig nicht einmal das primäre Ziel, sondern als Teil der Lieferkette das schwächste Glied, um einen großen Konzern zu infiltrieren. Hier sind alle Branchen gefordert, eigene IT-Sicherheitsstandards zu etablieren. Weiterhin problematisch ist, dass viele Unternehmen auf unsichere Methoden zur Fernwartung setzen, insbesondere auf das Remote-Desktop-Protokoll (RDP).

Riesigen Nachholbedarf hat insbesondere der Gesundheitssektor bei der ambulanten Gesundheitsversorgung. Es fehlt im Bereich der Praxis-IT an grundlegenden Sicherheitsstandards. Bei der Digitalisierung dieses Bereiches muss deutlich mehr Geld in die Cybersecurity gesteckt werden, um die Compliance-Anforderungen zu erfüllen und hohe Strafzahlungen zu vermeiden.

Menschen verhindern Cyberattacken

Spammails werden in Zukunft immer hochwertiger wie etwa Dynamite-Phishing. Diese sind nur schwer als schadhaft zu erkennen. Daher gilt mehr denn je das Motto: Erst denken, dann klicken. Wer gedankenlos oder aus reiner Neugierde auf einen möglichen Millionengewinn klickt, gefährdet die IT-Sicherheit. Sicherheitsbewusstsein ist nach wie vor die am meisten unterschätzte Maßnahme, um die gesamte sicherheitsrelevanten Verteidigungslandschaft auf ein höheres Niveau zu bringen. Hier müssen Unternehmen in Schulungsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter investieren.

Mobile Geräte

Immer mehr Menschen nutzen Smartphones und Tablets als digitales Cockpit für ihren Alltag, etwa um ihr smartes Zuhause von unterwegs zu steuern. Und auch die Zahlungsdirektive PSD2 sorgt dafür, dass das Mobilgerät zunehmend für Onlinebanking mit Zwei-Faktor-Authentifizierung eingesetzt wird. Somit sind sie ein attraktives Ziel für Kriminelle. Dazu setzen diese insbesondere Adware ein, um Nutzer auszuspionieren und Daten zu sammeln.

Einen bedenklichen Trend beobachten die G DATA Experten im Bereich von Smartphones: Den Einsatz von Stalkerware. Stalkerware bietet die Möglichkeit, mittels kommerziell erhältlicher Schadsoftware in das in das Privatleben einer Person einzudringen und wird als Werkzeug für Missbrauch in Fällen von häuslicher Gewalt und Stalking eingesetzt. IT-Sicherheitsdienstleister und Opferschutzorganisationen arbeiten seit 2019 gemeinsam daran, den Schutz zu verbessern - und werden im Jahr 2020 weitere Initiativen starten. So engagiert sich G DATA im Kampf gegen gefährliche Apps wie etwa Stalkerware. Als Gründungsmitglied der "Coalition against Stalkerware" setzt sich der deutsche IT-Sicherheitsspezialist dafür ein, Nutzer besser über potenzielle Risiken aufzuklären und arbeitet gemeinsam mit Opferschutzorganisationen, um auch nicht-technische Probleme im Zusammenhang mit Stalkerware anzugehen.