News Juni 2024

Konsumklima bleibt auf Erholungskurs

06/2024 -Die Erholung der Verbraucherstimmung in Deutschland setzt sich im Mai dieses Jahres fort: Die Einschätzung der Deutschen zu den Konjunkturaussichten legen deutlich zu, ihre Einkommenserwartungen steigen moderat und ihre Sparneigung geht spürbar zurück. Allerdings nimmt die Anschaffungsneigung nur minimal zu. Insgesamt verbessert sich das Konsumklima damit zum vierten Mal in Folge. Der Indikator steigt in der Prognose für Juni im Vergleich zum Vormonat (revidiert -24,0 Punkte) um 3,1 Zähler auf -20,9 Punkte. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des GfK Konsumklimas powered by NIM. Es wird seit Oktober 2023 gemeinsam von GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), Gründer der GfK, herausgegeben.

 

Neben dem leichten Anstieg der Einkommenserwartung ist es vor allem dem deutlichen Rückgang der Sparneigung zu verdanken, dass das Konsumklima seinen Aufwärtstrend fortsetzt. Der Sparindikator verliert gegenüber dem Vormonat fast 10 Zähler und sinkt auf 5,0 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit August 2023. Damals wurden 0,5 Punkte gemessen.

 

„Sinkende Inflationsraten in Verbindung mit ansehnlichen Lohn- und Gehaltszuwächsen stärken die Kaufkraft der Verbraucher. Dies hat zum einen eine stimulierende Wirkung auf die Einkommenserwartungen und verringert zum anderen die Verunsicherung der Konsumenten, die in den Vormonaten auch in der vergleichsweise hohen Sparneigung zum Ausdruck kam“, erklärt Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM. „Dennoch ist davon auszugehen, dass die Verunsicherung der deutschen Konsumenten noch immer stark ausgeprägt ist. Denn nach wie vor fehlen klare Zukunftsperspektiven im Land, was zu geringer Planungssicherheit bei Anschaffungen führt. Nur wenn für die Menschen diese Sicherheit zurückkehrt, werden sie auch bereit sein, ihre steigende Kaufkraft wieder in größere Anschaffungen zu investieren.“

 

Einkommenserwartungen bleiben im Aufwärtstrend

 

Mit einem vierten Anstieg in Folge bleiben die Einkommensaussichten auch im Mai dieses Jahres klar im Aufwind. Der Indikator gewinnt aktuell 1,8 Punkte hinzu und klettert damit auf 12,5 Punkte. Allerdings hat sich der Zuwachs im Vergleich zu den drei vorangegangenen Monaten abgeschwächt. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Plus mehr als 20 Punkte. Bessere Einkommenserwartungen wurden zuletzt vor dem Ukraine-Krieg im Januar 2022 mit 16,9 Zählern gemessen.

 

Der Grund für den zunehmenden Einkommensoptimismus liegt in der Kombination von beachtlich steigenden Löhnen, Gehältern und gesetzlichen Altersbezügen sowie in einer sinkenden Inflationsrate. So lag die Preissteigerungsrate nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes im April bei 2,2 Prozent. Sie liegt damit sehr nahe am Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von etwa 2 Prozent. Dies führt zu realen Einkommenszuwächsen bei den privaten Haushalten und stärkt deutlich die Kaufkraft.

 

Anschaffungsneigung tritt auf der Stelle

 

Im Gegensatz zum Vormonat profitiert die Anschaffungsneigung im Mai nicht von den zunehmenden Konjunktur- und Einkommenserwartungen. Der Indikator tritt weiter auf der Stelle und gewinnt nur 0,3 Punkte hinzu. Er weist nun -12,3 Punkte auf. Seit mehr als zwei Jahren bewegt sich die Anschaffungsneigung nun in einem Korridor von mageren -20 bis -10 Punkten und lässt bislang keinerlei Erholungstendenzen erkennen.

 

Nach wie vor hohe Preise bei Energie und Nahrungsmitteln sowie die anhaltende Verunsicherung und fehlende Planungssicherheit sorgen dafür, dass die Haushalte wenig in größere Anschaffungen investieren und ihre finanziellen Mittel eher – z.B. als Rücklagen für Notfälle – auf die Seite legen. Diese Kaufzurückhaltung wird auch durch die amtliche Statistik bestätigt. Nach ersten vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes dürften die privaten Konsumausgaben in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres zurückgegangen sein.

 

Hoffnung auf konjunkturelle Belebung wächst

 

Die Hoffnungen der Menschen auf eine Belebung der deutschen Konjunktur im weiteren Verlauf dieses Jahres steigen: Der Indikator Konjunkturerwartung legt im Mai zum vierten Mal in Folge zu. Zudem fällt der Zuwachs in diesem Monat mit einem Plus von 9,1 Punkten deutlich aus. Die Konjunkturstimmung klettert damit auf einen Wert von 9,8 Punkten.

 

Und nicht nur bei den Verbrauchern mehren sich die Stimmen auf eine leichte Erholung der deutschen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2024. Auch die Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass es zu einer Erholung kommen kann, wenn auch das Wachstum vermutlich schwach ausfallen wird. Die ersten Ergebnisse für 2024 sind tendenziell positiv: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes dürfte die deutsche Wirtschaft in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit +0,2 Prozent leicht gewachsen sein.

 

 

Pressemitteilung der GfK: Konsumklima: Konsumklima bleibt auf Erholungskurs

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Verbraucherüberschuldung: vzbv fordert Reform für Kreditvergabe

06/2024 -Kreditprobleme als Folge der Inflation: Jede:r Fünfte betroffen – vzbv stellt Gutachten zur Umsetzung der europäischen Verbraucherkreditrichtlinie in Deutschland vor. Überschuldung kann für Verbraucher:innen zu einem großen Problem werden. Insgesamt knapp jede:r Fünfte hat aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten Probleme, einen aufgenommenen Kredit zu tilgen. Jüngere sind davon deutlich häufiger betroffen als Ältere. Das ergab eine Online-Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Der vzbv fordert Verbraucher:innen bereits bei der Kreditvergabe besser zu schützen und stellt gemeinsam mit dem Institut für Finanzdienstleistungen (iff) ein Gutachten vor.

 

„Kredite können Verbraucherinnen und Verbrauchern helfen, Vorhaben wie einen Auto- oder Küchenkauf zu realisieren oder finanzielle Engpässe zu überbrücken. Wir beobachten jedoch, dass Banken immer wieder Kredite vergeben, die für Verbraucherinnen und Verbraucher in der finanziellen Überforderung oder Überschuldung enden“, sagt Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzmarkt beim vzbv. „Die gestiegenen Kosten in den vergangenen Monaten haben Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer bei der Tilgung eines Kredites weiter unter Druck gesetzt.“

 

Überschuldung durch riskante Kreditprodukte

 

19 Prozent gaben in einer Online-Befragung des vzbv an, dass sie wegen gestiegener Lebenshaltungskosten Probleme haben, ihren Kredit zu tilgen. Bei den 16- bis 29-jährigen ist es knapp jede:r Dritte (31 Prozent).

 

Das Ergebnis einer weiteren vzbv-Befragung unter Schuldnerberater:innen legt nahe, dass Kreditgeber:innen aufgrund von unzureichenden Kreditwürdigkeitsprüfungen mitunter überfordernde Kreditkonditionen für Verbraucher:innen festlegen. Diese wiederum können einen zusätzlichen Kreditbedarf schaffen, der für Verbraucher:innen in die Überschuldung führen kann. Die von den Schuldnerberater:innen dabei am häufigsten als besonders problematisch angesehenen Kreditprodukte sind Buy-Now-Pay-Later (16 von 22 Berater:innen), Dispositions- (15 Berater:innen) und Kreditkartenkredite (13 Berater:innen).

 

Kreditvergabe: Überschuldungs- und Datenschutz vereinen

 

Gemeinsam mit dem iff hat der vzbv am Dienstag ein Gutachten veröffentlicht, das Perspektiven für den Verbraucherschutz bei der nationalen Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie aufzeigt.

 

Das Gutachten stellt grundsätzlich fest, dass die Richtlinie Kreditgeber:innen konkret verpflichtet, die individuellen Einnahmen und regelmäßigen Ausgaben von Verbraucher:innen zu betrachten. Dabei besteht allerdings ein Interpretationsspielraum, der zu einer reinen Einkommensbetrachtung bei der Vergabe von Mini- und Kurzzeitkrediten führen kann – ohne die Ausgaben der Kreditnehmer:innen zu berücksichtigen. Die mögliche Folge: Kreditgeber setzen die Kreditrate zu hoch an. Überschuldung wäre erneut die Folge.

 

Das Gutachten sieht die Datenverarbeitung von Kontoinformationen als notwendig an. Um Überschuldungs- und Datenschutz gleichermaßen zu berücksichtigen, schlägt das Gutachten allerdings vor, dass die Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung durch ein strenges Verarbeitungsverbot von sensiblen Verbraucherdaten ergänzt werden sollte.

 

Verbraucher:innen bei der Kreditvergabe schützen

 

„Die Kreditwürdigkeitsprüfung muss so gestaltet werden, dass bei jeder Art von Verbraucherkrediten das individuelle Einkommen und die regelmäßigen Ausgaben geprüft werden, ohne dabei sensible Verbraucherinformationen zu verarbeiten“, sagt Mohn.

 

Um Verbraucher:innen bei der Kreditvergabe vor Überschuldung zu schützen, fordert der vzbv unter anderem folgende Punkte gesetzlich festzulegen:

 

  • Im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung müssen Banken für alle Kreditarten das Einkommen und die regelmäßigen Ausgaben von Verbraucher:innen prüfen. Auch bei Minikrediten müssen bestehende Forderungen aus anderen Kreditverträgen berücksichtigt werden. 
  • Vor der Verarbeitung der Kontoinformationen muss die kontoführende Bank zum Schutz von sensiblen Verbraucherinformationen die Daten in Kategorien zusammenfassen. 
  • Die Kreditentscheidung muss nachvollziehbar dargestellt werden. 
  •  Flexible Rückzahlungskonditionen müssen für Verbraucher:innen in finanziellen Krisensituationen verpflichtend angeboten werden.

 

Um das Ticket attraktiv zu halten, müssen auch die offenen Finanzierungsfragen schnell geklärt werden: „Bund und Länder müssen eine Finanzierung zusichern, die den Einstiegspreis von 49 Euro pro Monat bis mindestens 2030 festschreibt“, sagt Pop.

 

Hintergrund

 

Die EU-Verbraucherkreditrichtlinie trat am 30. Oktober 2023 in Kraft und muss von den Mitgliedsstaaten bis zum 20. November 2025 national umgesetzt werden. Die Richtlinie regelt die Vergabe von Verbraucherkrediten und soll Verbraucher:innen besser vor Ver- oder Überschuldung durch Kredite schützen. Immobilienkredite werden in der Richtlinie explizit nicht behandelt.

 

Das Bundesministerium der Justiz (BMJ) erarbeitet aktuell einen Referentenentwurf, der als Grundlage für den weiteren Gesetzgebungsprozess dienen wird. Prinzipiell müssen die Mitgliedsstaaten die Vorgaben der EU-Richtlinie deutungsgleich in das nationale Recht übertragen, wobei bei Formulierungen oder durch gesetzliche Öffnungsklauseln ein nationaler Spielraum besteht.

 

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Quelle:
vzbv: Verbraucherüberschuldung: vzbv fordert Reform für Kreditvergabe



E-Bikes: Trekking-Räder mit neuer Motortechnik machen das Rennen

06/2024 - Das Frühlingswetter schreit geradezu: Rauf auf´s Rad! Für komfortable Touren auf Asphalt aber auch Feldwegen und Schotterpisten sollen Trekking-E-Bikes sorgen. Unter den 11 Pedelecs im Test der Stiftung Warentest sind die sechs besten allesamt mit einer neuen Bosch-Automatik ausgestattet. Den Doppelsieg holen zwei E-Bikes zu 3 900 und 4 500 Euro. Andere sind ihnen dicht auf den Fersen. Günstigere mit Hinterradmotor punkten eher bei kurzen Flachlandtouren.

 

Der Praxistest in der hügeligen Steiermark zeigt, welche Trekking-E-Bikes das Feld anführen und welche den Anschluss verlieren. Vor allem die sechs Modelle mit Bosch-Motoren überzeugen. Ihre Automatik-Modi „Auto“ und „Tour+“ unterstützen je nach Gelände und Fahrweise mal stärker, mal schwächer. Das macht Schalten zwischen den Unterstützungsstufen überflüssig. „Uns hat überrascht, wie harmonisch sich die neue Automatik-Unterstützung des Bosch-Antriebs fährt“, so Stiftung Warentest-Experte Nico Langenbeck.

 

Der Test offenbart ein deutliches Gefälle zwischen den hochpreisigen Modellen und den Discount-Bikes: Acht der Räder im Test besitzen einen Mittelmotor – im mittel- und hochpreisigen Segment Standard. Das Gewicht verteilt sich gleichmäßig, die Kraft beim Treten überträgt sich unmittelbar und effizient. Zum Vergleich wurden auch drei E-Bikes mit Hinterradmotor geprüft. Sie sind einfacher ausgestattet, preisgünstiger und haben einen kleineren Akku. Sie fahren weniger gleichmäßig und die Antriebsweise ist nicht ungefährlich: Schon bei einer geringen Bewegung der Tretkurbel springt der Motor an und das Rad macht einen kleinen Satz. Hört man auf zu treten, schiebt der Motor noch nach. Bei der funktionalen Sicherheit ist das nur ausreichend.

 

 

Alle Details des E-Bike-Tests finden sich in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/e-bikes.

 

Quelle „Stiftung Warentest“ 




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